Pollenallergie: Alles was Sie wissen müssen

Haben Sie Heuschnupfen?

Hier erfahren Sie, wie Sie Ihren Heuschnupfen unter Kontrolle bekommen.
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Was steckt hinter Ihrem Heuschnupfen?

Heuschnupfen ist das Symptom einer durch Pollen ausgelösten Allergie. Im medizinischen Sinn handelt es sich bei einer Pollenallergie um eine allergisch bedingte Entzündung der Nasenschleimhaut – ausgelöst durch Pflanzenpollen. Ärzte sprechen daher auch von allergischer Rhinitis oder von Pollinosis.

Oft bekommen schon Kinder Heuschnupfen. Erwachsene können aber ebenfalls im Frühjahr und Sommer ganz plötzlich typische Allergiesymptome bemerken. Egal, ob jung oder alt: Die Beschwerden der meisten Pollenallergiker sind sich ähnlich – und sie sind chronisch. Ohne entsprechende Behandlung kann die Lebensqualität durch die Allergie über viele Jahrzehnte eingeschränkt sein.

Hyposensibilisierung – was ist das?

Es gibt die Möglichkeit, die Ursache des Heuschnupfens mit einer Hyposensibilisierung zu behandeln. Was das ist und wie diese Behandlung funktioniert erklärt Dr. Johannes Wimmer im Video:

Heuschnupfen-Symptome im Überblick

• Niesen und Fließschnupfen
• Juckreiz
• Bindehautentzündungen
• Kribbeln in der Nase oder den Augen
• Überempfindlichkeit der Nase
• Tagesmüdigkeit
• erschwerte Atmung

Welche Symptome treten bei Heuschnupfen auf?

Niesen und eine laufende Nase sind typische Heuschnupfen-Beschwerden. Neben ausgeprägtem Fließschnupfen jucken vielen Allergikern auch die Augen, manchmal tritt bei entsprechender Pollenbelastung auch eine Bindehautentzündung auf. Viele Pollenallergiker beschreiben zudem ein charakteristisches "Kribbeln" in der Nase oder in den Augen.

Übrigens klagen viele Pollenallergiker auch über eine Überempfindlichkeit der Nase gegenüber anderen Reizen, beispielsweise kalter Luft, Düften oder Tabakrauch.

Wer von besonders schweren Heuschnupfen-Symptomen geplagt wird, ist tagsüber außerdem oft müde. Die Folge: Eine verminderte Konzentrations- und Lernfähigkeit.

Wie lange die typischen Heuschnupfen-Symptome andauern, hängt von verschiedenen Einflussfaktoren ab. Zum einen spielt die individuelle Empfindsamkeit gegen die betreffenden Pollenarten eine Rolle. Ebenso wichtig ist, wie lange Allergiker entsprechenden Pollen direkt ausgesetzt sind.

Da Baum-, Gräser- und Kräuterpollen nur zu bestimmten Jahreszeiten fliegen, kommt eine Pollenallergie auch nur in der jeweiligen Saison vor. Einige reagieren nur auf wenige Pollenarten allergisch, während bei anderen der Heuschnupfen von vielen unterschiedlichen Pollen ausgelöst werden kann. Diese Betroffenen können dann von Dezember bis in den Herbst hinein mit den typischen Beschwerden zu kämpfen haben.

Was sind die typischen Beschwerden eines Pollenallergikers?

Prof. Dr. Kristian Reich informiert in dem nachfolgenden Video über die typischen Beschwerden eines Pollenallergikers:

Hyposensibilisierung für Baumpollenallergiker

Alle freuen sich, wenn nach dem Winter die ersten Sonnenstrahlen und die Bäume anfangen zu blühen – bis auf die Allergiker. Für sie beginnt direkt die Zeit des Leidens, sobald Erle-, Hasel- und vor allem Birkenpollen in der Luft sind. Wer an die Ursache seiner Allergie ran will, der sollte mit seinem Arzt über eine Hyposensibilisierung sprechen.

Könnten bestimmte Lebensmittel allergische Symptome verursachen?

Wussten Sie, dass Sie aufgrund Ihrer Pollenallergie auch auf bestimmte Lebensmittel reagieren können? Verspüren Sie nach dem Essen manchmal ein Jucken im Mund oder andere allergische Symptome, gehören Sie vielleicht zu den rund 70 Prozent, die unter einer Kreuzallergie leiden.

Etagenwechsel

Wird eine Pollenallergie nicht oder nur unzureichend behandelt, können neue Allergien auftreten. Nicht selten entwickelt sich aus Heuschnupfen allergisches Asthma. Jeder dritte Heuschnupfen-Allergiker ist von dem sogenannten Etagenwechsel betroffen, wie Experten diesen Krankheitsverlauf nennen.

Etagenwechsel

Symptome wie Niesen, Fließschnupfen, Juckreiz und Rötung lassen sich übrigens mit der Ursache des Heuschnupfens erklären, - einer Überempfindlichkeitsreaktion des Immunsystems.

Das Immunsystem produziert Stoffe (sogenannte Antikörper), die die vermeintlichen Krankheitserreger bekämpfen sollen. Durch Entzündungsvermittler (wie z.B. Histamin) werden die genannten Symptome ausgelöst. Die Rötung ist dabei ein Zeichen einer verstärkten Durchblutung, die für einen leichteren Transport von Abwehrzellen in die betreffenden Körperregionen sorgen soll.

Juckreiz lenkt die Aufmerksamkeit auf die betreffenden Stellen, und Reaktionen wie Niesen oder die verstärkte Sekretbildung in der Nase sollen dazu beitragen, die vom Immunsystem erkannten Fremdstoffe aus dem Körper zu befördern.

Leistungsfähigkeit in der Schule

Heuschnupfen und die damit einhergehenden Allergiebeschwerden stören nicht nur in der Freizeit. Sie beeinflussen auch die Leistungsfähigkeit in der Schule. Laut Expertenschätzungen gilt das für etwa 15 bis 30 Prozent der Kinder und Jugendlichen, die unter Heuschnupfen leiden. Was erschwerend hinzu kommt, sind in vielen Fällen weitere Atemwegserkrankungen wie Nasennebenhöhlenentzündungen oder Asthma, die mit der Pollenallergie einhergehen.

Wichtige Pollenarten

Habe ich wirklich Heuschnupfen?

Wenn Sie eine Baumpollenallergie haben, kann für Sie ein nicht unerheblicher Teil des Jahres zur Belastung werden. Zumindest hier in Europa leiden Sie u.U. von Februar bis Juni an Ihrem Heuschnupfen, vor allem, weil die bei uns vorkommenden Baumarten Ihre allergischen Symptome nicht alle gleichzeitig verursachen. Sie alle haben unterschiedliche Blütezeiten.

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Wie wird Heuschnupfen diagnostiziert?

Die Anamnese, d. h. die Erhebung der Krankengeschichte, spielt bei der Heuschnupfen-Diagnose eine wichtige Rolle. Dazu gehört die Beschreibung der charakteristischen Symptome durch den Patienten, die Angaben zum Zeitpunkt und zu den Umständen ihres Auftretens sowie allergische Erkrankungen weiterer Familienmitglieder, die ebenfalls auf eine wahrscheinliche Pollenallergie hindeuten können.

Meist genügt ein Pricktest, um die entsprechenden Allergieauslöser herauszufinden. Dabei bekommt der Patient kleine Tröpfchen allergenhaltiger Lösungen auf den Unterarm.  Gleichzeitig wird die Haut an den betreffenden Stellen leicht angeritzt. Im Fall einer Überempfindlichkeit gegen bestimmte Allergene zeigt sich an der jeweiligen Stelle eine Rötung und es bilden sich Quaddeln.

Mit dem Pricktest lässt sich feststellen, welche Pollen als Auslöser des allergischen Schnupfens in Frage kommen oder ob andere Allergene wie beispielsweise Hausstaubmilben die Ursache sein können. Eine weitere Diagnosemöglichkeit ist der Bluttest.

In beiden Fällen ist die Abgrenzung des Heuschnupfens von anderen Erkrankungen wichtig, die ähnliche Symptome verursachen. Dazu zählen u. a. Erkältungen wie etwa Schnupfen auslösende virale Infekte oder bakterielle Nasennebenhöhlenentzündungen.

Kann man Heuschnupfen überhaupt richtig behandeln?

Möglichkeiten zur Behandlung des Heuschnupfens

Ja, man kann etwas gegen Heuschnupfen tun. Grundsätzlich gibt es drei Möglichkeiten, eine allergische Erkrankung wie den Heuschnupfen zu behandeln – auch in Kombination.

1. Das Meiden des Allergens: Der theoretisch einfachste, aber in der Praxis oft schwer realisierbare Weg ist die Karenz. Gerade bei Heuschnupfen ist das Meiden des Allergens jedoch nur bedingt möglich, weil sich Pollen windbestäubter Pflanzen während der Saison überall verteilen und zudem auch nicht immer mit bloßem Auge erkennbar sind (vor allem von Bäumen und Gräsern).

2. Die medikamentöse Behandlung: Die zweite Therapiemöglichkeit ist die medikamentöse Behandlung zur Linderung akuter Allergiesymptome. Augentropfen, Nasentropfen, Nasensprays und Tabletten stehen hierbei in großer Auswahl mit entsprechenden Wirkstoffen zur Verfügung – insbesondere Antihistaminika und Glukokortikoide. Ein Segen für viele Allergiker, denn damit lässt sich die Lebensqualität in der akuten Phase enorm verbessern. Andererseits werden mit dieser Therapiemöglichkeit „nur“ die Symptome unterdrückt, die Erkrankung bleibt bestehen.

3. Die Hyposensibilisierung: Die dritte Möglichkeit ist eine Hyposensibilisierung (spezifische Immuntherapie, Allergie-Impfung). Ziel hierbei ist es, die Überempfindlichkeit gegen das Allergen langfristig zu reduzieren und die entsprechenden allergischen Reaktionen möglichst auszuschalten. Obwohl sich mit dieser Behandlungsform häufig sehr gute Erfolge erzielen lassen, wird die spezifische Immuntherapie von vielen Patienten noch immer nur zögerlich in Anspruch genommen. Viele unterschätzen auch die eigene Allergie. Dabei ist die Hyposensibilisierung die einzige Therapiemöglichkeit, die ein Voranschreiten der Symptome sowie die Entwicklung weiterer Allergien oder der Entstehung von Asthma nachhaltig entgegenwirken kann.

 

Behandlungsmöglichkeiten im Überblick

Behandlungsmöglichkeiten Eignet sich zur....
Vermeidung des Allergens ...sofortigen Verbesserung der Allergiesymptome.
Medikamentöse Symptombehandlung ...schnellen Verbesserung der Allergiesymptome.
Hyposensibilisierung

...ursächlichen Behandlung der Allergie und Verbesserung der Allergiesymptome.

...Vorbeugung von Asthma.

...Vorbeugung eines allergischen Schocks.

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Das Wichtigste in Kürze

Sie haben eine Allergie gegen Pollen? Damit sind Sie in guter Gesellschaft. Heuschnupfen ist das mit Abstand am häufigsten vorkommende Symptom einer allergischen Erkrankung überhaupt. Allein in Deutschland leiden mehrere Millionen Menschen daran. Entsprechend umfangreich sind mittlerweile die  Erkenntnisse über die Ursachen und die Behandlungsmöglichkeiten.

Auch wenn Heuschnupfen für Sie äußerst lästig sein kann und sich der Kontakt mit den auslösenden Pollen im Alltag kaum vermeiden lässt, müssen Sie also nicht resignieren.  Sie haben gute Chancen, Ihre Symptome und die Lebensqualität spürbar und langfristig zu verbessern. Denn mit dem detaillierten Verständnis der Erkrankung haben sich die Therapiemöglichkeiten in den vergangenen Jahren deutlich verbessert.  

Letztes Update: 20/09/2019