Wenn eine Allergie gefährlich wird
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.Was sind die Anzeichen und Symptome einer Anaphylaxie?
.Warum tritt eine Anaphylaxie auf: Ursachen und Auslöser
.Können Kinder eine Anaphylaxie haben?
.Wie wird eine Anaphylaxie diagnostiziert?
.Wie wird eine potenziell lebensbedrohliche allergische Reaktion behandelt?
.Gibt es eine Heilung für die Anaphylaxie?
Die Anaphylaxie ist eine schwere allergische Reaktion, meist auf Nahrungsmittel, Insektengift, Medikamente oder Latex. Sie kann innerhalb von Minuten nach Kontakt mit dem Auslöser auftreten und lebensbedrohlich werden, wenn sie nicht sofort behandelt wird. Dafür musst du die Symptome einer Anaphylaxie frühzeitig erkennen, die richtige Behandlung einleiten und umgehend medizinische Hilfe holen.
Laut der World Allergy Organization sind bis zu 5 % der Menschen im Laufe ihres Lebens von einer Anaphylaxie betroffen. Nicht nur die Art des Auslösers erhöht das Risiko – wer einmal eine Anaphylaxie hatte, hat ein höheres Risiko für weitere schwere Reaktionen. In den meisten Fällen sind die Symptome einer Anaphylaxie nur leicht bis mäßig, und Todesfälle sind selten. Ärztinnen und Ärzte können allerdings nicht vorhersagen, wie sich eine einzelne Reaktion entwickeln wird. Deshalb ist es entscheidend, gut vorbereitet zu sein.
Lies weiter, um mehr über die Anaphylaxie zu erfahren: häufige Auslöser, typische Symptome (auch bei Kindern) und was zu tun ist, wenn du sie bemerkst. Wir betrachten auch Notfallmedikamente und geben Tipps, wie du nach der Diagnose mit dem Risiko leben kannst. Außerdem gehen wir der Frage nach, ob es eine Heilung gibt.
Erste Hilfe bei Anaphylaxie
So kannst du dir oder jemandem mit einer anaphylaktischen Reaktion helfen:
- Adrenalin-Autoinjektor oder Adrenalin-Nasenspray verwenden: Falls vorhanden, verabreiche sofort die erste Dosis. Die Anweisungen stehen in der Regel auf dem Gerät.
- Rufe 112 an: Teile der Rettungszentrale mit, dass du eine Anaphylaxie oder einen anaphylaktischen Schock vermutest. Prüfe, ob die Person ein medizinisches Notfallarmband oder eine Notfallkarte mit relevanten Informationen bei sich trägt und teile sie ggf. mit der Person am Telefon.
- Person richtig positionieren: Flach hinlegen und die Beine hochlagern – außer bei Luftnot, dann verschafft eine sitzende Position Erleichterung. Schwangere sollten besser auf der linken Seite in die stabile Seitenlage gebracht werden. Wenn die Person bewusstlos ist: Prüfe, ob du einen Puls fühlen kannst. Wenn ja: stabile Seitenlage. Wenn du keinen Puls finden kannst: beginne sofort mit einer Herzdruckmassage.
- Überwachen und ggf. zweite Dosis geben: Wenn die Symptome nach 5 bis 15 Minuten weiter bestehen und noch keine Hilfe eingetroffen ist, verabreiche eine zweite Dosis Adrenalin, sofern verfügbar.
- Rettungskräfte informieren: Übergib dem Rettungsdienst den benutzten Autoinjektor oder das leere Adrenalin-Nasenspray, damit klar ist, welche Medikation verabreicht wurde.
Was sind die Anzeichen und Symptome einer Anaphylaxie?
Eine anaphylaktische Reaktion beginnt typischerweise wenige Minuten, nachdem du mit deinem Auslöser in Kontakt gekommen bist – sie kann aber auch erst Stunden später auftreten. Sie kann eines oder mehrere der folgenden Anzeichen und Symptome verursachen. Manche können stärker ausgeprägt sein als andere, und beim nächsten Mal kann sich die Reaktion auch anders anfühlen:
- Reaktionen der Haut wie Nesselsucht, juckende, gerötete oder blasse Haut
- Juckreiz bzw. brennendes Gefühl der Handflächen, Fußsohlen oder im Genitalbereich
- Schwellungen im Gesichts-, Hals- oder Rachenbereich
- Pfeifendes Atemgeräusch (Giemen) und Atemnot
- Beschwerden im Magen-Darm-Trakt wie plötzliche Übelkeit, Erbrechen oder Durchfall
- Schwacher oder schneller Puls
- Schwindel oder Ohnmacht durch starken Blutdruckabfall (Hypotonie)
- Plötzliche Verhaltensänderungen: Angst bis hin zur Panik, Bewegungs- oder Rückzugsdrang, Verwirrtheit, Nesteln (ungezielte Fingerbewegungen)
- Insbesondere bei Kleinkindern oder Säuglingen: plötzlich schrilles Schreien, Schläfrigkeit und Unruhe oder Rückzug
- Metallischer Geschmack im Mund
Was ist der Unterschied zwischen Anaphylaxie und anaphylaktischem Schock?
Hier eine kurze Einordnung, falls du dir noch nicht sicher bist, welchen Begriff du wann verwenden solltest:
Anaphylaxie
- Überempfindlichkeitsreaktion mit schnellem Beginn
- Kann mild, moderat oder schwer sein und rasch lebensbedrohlich werden
- Betrifft meist mehrere Organsysteme, darunter Haut, Atemwege, Verdauung und Kreislauf
- Wird mit Adrenalin und anderen Notfallmedikamenten behandelt
Anaphylaktischer Schock
- Maximalvariante der Anaphylaxie mit gefährlichem Blutdruckabfall
- unmittelbar lebensbedrohlicher Zustand
- Betrifft insbesondere den Kreislauf und kann zum kardiovaskulären Kollaps führen
- Wird mit Adrenalin und anderen Notfallmedikamenten behandelt


Wie verläuft eine Anaphylaxie?
Anaphylaktische Reaktionen können sich sehr schnell entwickeln und zu Atem- und Herzstillstand führen (laut Lessons for Management of Anaphylaxis from a Study of Fatal Reactions). Nach Kontakt mit dem Allergieauslöser (=Allergen) kann es innerhalb weniger Minuten zu lebensbedrohlichen Symptomen kommen. Selten ist das auch wenige Stunden später möglich. Bei einer biphasischen Anaphylaxie kommt es nach initial erfolgreicher Therapie erneut zu Beschwerden. Daher ist es beim Allergenkontakt wichtig, immer medizinische Hilfe aufzusuchen – auch, wenn sich die Beschwerden schon wieder gebessert haben.
Deshalb solltest du immer ins Krankenhaus gehen, auch wenn du dich nach der Notfallmedikation wieder besser fühlst.
Warum tritt eine Anaphylaxie auf: Ursachen und Auslöser
Eine Anaphylaxie ist das Ergebnis eines überaktiven Immunsystems. Es handelt sich um die Variante einer schweren allergischen Reaktion – und sie betrifft den gesamten Körper. Bestimmte Allergien zeigen ein höheres Anaphylaxierisiko als andere, beispielsweise eine Allergie gegen Nahrungsmittel wie Nüsse, Fisch oder Meerestiere, aber auch eine Bienen- oder Wespengiftallergie.
Bei einer allergischen Reaktion setzt das Immunsystem Botenstoffe wie Histamin frei, um Abwehrkräfte zu mobilisieren und den Störenfried, das Allergen, wieder aus dem Körper zu entfernen. Bei einem Heuschnupfen kann es zu lokalen Symptomen wie einer laufenden Nase oder tränenden Augen führen. Bei einer Anaphylaxie hingegen werden deutlich mehr Zellen und oft auch mehrere Organsysteme gleichzeitig aktiviert und es kann zu einer bedrohlichen Reaktion des Immunsystems kommen.
Faktoren wie körperliche Anstrengung und andere nicht-allergische Begleitumstände können ebenfalls eine Rolle spielen und zur Ausbildung einer anaphylaktischen Reaktion beitragen – und sogenannte anaphylaktoide Reaktionen auslösen. Bei einer idiopathischen Anaphylaxie ist nicht klar, was die allergische Reaktion ausgelöst hat.
Welche Allergien können anaphylaktische Reaktionen auslösen?
Theoretisch kann jede Allergie eine Anaphylaxie verursachen, sie tritt aber bei bestimmten Auslösern deutlich häufiger auf. Kinder und Jugendliche sind am stärksten durch Nahrungsmittel und Insektengift von Bienen und Wespen gefährdet. Bei den Erwachsenen spielen vor allem Insektengifte eine große Rolle, aber auch Medikamente. Erst an dritter Stelle stehen Nahrungsmittel. Schon eine winzige Menge des Allergens kann ausreichen, um eine Anaphylaxie auszulösen.
Sehen wir uns Nahrungsmittel-, Insektengift-, Medikamenten- und Latexallergien genauer an.
Nahrungsmittelallergie und Anaphylaxie
Hühnerei, Kuhmilch, Weizen und Erdnüsse sind die häufigsten Auslöser von nahrungsmittelbedingten Anaphylaxien bei Kindern. Bei Erwachsenen variiert es je nach Region und den dort bevorzugten Lebensmitteln, aber zu den typischen Verdächtigen gehören Erdnüsse, Baumnüsse, Sesam, Weizen und Schalentiere.
Manchmal braucht eine Nahrungsmittelallergie einen Co-Faktor, um ausgelöst zu werden und dann eine schwere Reaktion hervorzurufen. Das kann zum Beispiel die Einnahme von Aspirin kurz nach dem Essen sein, extreme Kälte, Stress, Alkohol, hormonelle Veränderungen oder körperliche Anstrengung (siehe unten). Das Alpha-Gal-Syndrom ist eine seltene Allergie auf Lamm-, Schweine-, Rind- und Wildfleisch, die sich nach einem Zeckenstich entwickeln kann. Sie kann eine verzögerte Anaphylaxie auslösen, die vier bis acht Stunden nach einer Mahlzeit beginnt.
Es ist außerdem möglich, eine anaphylaktische Reaktion auf sogenannte Lipid-Transfer-Proteine (LTPs) zu entwickeln.
Diese Proteine kommen in vielen Obst- und Gemüsesorten, Nüssen, Samen und Pollen vor und können bei den Betroffenen zahlreiche allergische Beschwerden auslösen. Betroffen sind eher Menschen in Süd- und Mitteleuropa.
Nahrungsmittelallergie und Anaphylaxie
Hühnerei, Kuhmilch, Weizen und Erdnüsse sind die häufigsten Auslöser von nahrungsmittelbedingten Anaphylaxien bei Kindern. Bei Erwachsenen variiert es je nach Region und den dort bevorzugten Lebensmitteln, aber zu den typischen Verdächtigen gehören Erdnüsse, Baumnüsse, Sesam, Weizen und Schalentiere.
Manchmal braucht eine Nahrungsmittelallergie einen Co-Faktor, um ausgelöst zu werden und dann eine schwere Reaktion hervorzurufen. Das kann zum Beispiel die Einnahme von Aspirin kurz nach dem Essen sein, extreme Kälte, Stress, Alkohol, hormonelle Veränderungen oder körperliche Anstrengung (siehe unten). Das Alpha-Gal-Syndrom ist eine seltene Allergie auf Lamm-, Schweine-, Rind- und Wildfleisch, die sich nach einem Zeckenstich entwickeln kann. Sie kann eine verzögerte Anaphylaxie auslösen, die vier bis acht Stunden nach einer Mahlzeit beginnt.
Es ist außerdem möglich, eine anaphylaktische Reaktion auf sogenannte Lipid-Transfer-Proteine (LTPs) zu entwickeln.
Diese Proteine kommen in vielen Obst- und Gemüsesorten, Nüssen, Samen und Pollen vor und können bei den Betroffenen zahlreiche allergische Beschwerden auslösen. Betroffen sind eher Menschen in Süd- und Mitteleuropa.
Insektengiftallergie und Anaphylaxie
Erwachsene haben ein dreifach höheres Risiko als Kinder, durch das Gift von Bienen, Wespen oder Hornissen eine Anaphylaxie zu bekommen. Auch werden von bestimmten Berufsgruppen, zum Beispiel von Imkern oder Waldarbeitern, deutlich häufiger von systemischen Stichreaktionen berichtet.
Medikamentenallergie und Anaphylaxie
Patientinnen und Patienten im Krankenhaus scheinen anfälliger für medikamentenbedingte Anaphylaxien zu sein, während ältere Menschen ein höheres Risiko haben, dass sie tödlich verläuft. Zu den häufigeren Auslösern gehören Antibiotika wie Penicillin, Muskelrelaxantien, die manchmal bei Vollnarkosen eingesetzt werden, sowie bestimmte Schmerzmittel und Kontrastmittel.
Latexallergie und Anaphylaxie
Mittlerweile ist eine Latexallergie relativ selten geworden, aber sie betrifft immer noch rund 5–10% aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Gesundheitswesen. Sie sind besonders betroffen, da medizinische Handschuhe früher Latex enthielten. Wenn du gegen Naturkautschuk allergisch bist, solltest du nicht nur deiner Arbeitgeberin oder deinem Arbeitgeber sowie den Arbeitskolleginnen und -kollegen Bescheid geben,sondern auch deine Zahnärztin bzw. deinen Zahnarzt informieren. Bestimmte medizinische Geräte und Ausrüstungen enthalten ebenfalls Latex. Betroffen sind manchmal ebenso Gummibänder, Luftballons und Kondome.
Was kann sonst noch eine Anaphylaxie auslösen?
Bluttransfusionen können eine andere Art von Immunreaktion hervorrufen, die ebenfalls Symptome einer Anaphylaxie auslösen kann.
Wie hängt Sport mit Anaphylaxie zusammen?
In einigen Fällen kann körperliche Aktivität allein oder als Co-Faktor mit etwas anderem eine Anaphylaxie auslösen – zum Beispiel in Kombination mit der Einnahme von Aspirin oder einem anderen Schmerzmittel (NSAR), Alkohol und/oder Nahrungsmittelns. Du könntest beispielsweise auf Weizen oder Schalentiere allergisch sein, aber keine Symptome haben, solange du nicht wenige Minuten oder sogar Stunden vor oder nach dem Essen Sport treibst.
Die nahrungsmittelabhängige, belastungsinduzierte Anaphylaxie (Food-Dependent Exercise-Induced Anaphylaxis, FDEIA) tritt häufiger bei Frauen und jüngeren Menschen unter 30 Jahren auf.
Können Kinder eine Anaphylaxie haben?
Ja, und eine Anaphylaxie scheint bei Jungen häufiger vorzukommen als bei Mädchen – dabei zeigen 92 % der betroffenen Kinder Hautsymptome (laut Anaphylaxis in Children and Adolescents: The European Anaphylaxis Registry). Eine Anaphylaxie kann aber prinzipiell in jedem Alter auftreten, von Babys über Kleinkinder bis hin zu Schulkindern und Jugendlichen.
Babys und Kleinkinder
Die meisten Fälle einer Anaphylaxie durch Nahrungsmittel bei Kindern treten vor dem 4. Lebensjahr auf. Neben Hautausschlägen kommt es häufig zu Beschwerden des Magen-Darm-Trakts wie Erbrechen aber auch Symptome im Bereich der Atemwege wie Luftnot und Husten. Gerade bei sehr kleinen Kindern können die Anzeichen einer Anaphylaxie sehr schwer zu deuten sein – zum Beispiel nehmen sie vermehrt die Finger in den Mund, sind plötzlich auffallend müde oder schreien unerklärlich viel, andere sind heiser oder auffallend ruhig.
Eine plötzliche Verhaltensänderung bei Babys und Kleinkindern sollte auf jeden Fall Anlass zur Sorge sein und abgeklärt werden.
Schulkinder
Eltern machen sich verständlicherweise Sorgen darum, ihr allergisches Kind in der Schule zu schützen – dennoch tritt eine Anaphylaxie am häufigsten zu Hause auf und zwar in mehr als einem Drittel der Fälle. Da Kinder in diesem Alter oft Allergien gegen das Gift von Bienen und Wespen entwickeln, ist das Risiko in Parks, Gärten oder auf dem Land deutlich höher.
Jugendliche
Bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen treten tödliche allergische Reaktionen am häufigsten auf Lebensmittel auf. In diesem Alter beginnen Kinder, ihre Medikamente selbst zu verwalten, wollen sich sozial anpassen und sind eher bereit, Risiken einzugehen. Jugendliche geben typischerweise an, dass sie bei allergischen Reaktionen Schwierigkeiten beim Atmen oder Schlucken haben, und zeigen häufig kardiovaskuläre Symptome.
Wie wird eine Anaphylaxie diagnostiziert?
Eine anaphylaktische Reaktion wird oft durch hinzugerufenes Rettungspersonal oder in der Notaufnahme festgestellt und anschließend behandelt. Deine Allergologin oder dein Allergologe betreut dich im Anschluss an eine Notfallbehandlung weiter. Versuche, dich an die Umstände und deine Symptome während der Anaphylaxie zu erinnern. Die Ärztin oder der Arzt wird dich auch nach deiner bisherigen Krankengeschichte fragen und möglicherweise Allergietests vorschlagen, um den oder die Auslöser zu identifizieren.
Zu den Risikofaktoren einer schweren Anaphylaxie gehören:
- Gehäuft Fälle von Anaphylaxie in der Familie
- Eine bereits stattgefundene anaphylaktische Reaktion in deiner Vorgeschichte
- Asthma bronchiale, besonders ohne passende Behandlung
- Erkrankungen, die mit Herzproblemen einhergehen
- Mastozytose
Können Allergietests eine Anaphylaxie vorhersagen?
Nein, aber es gibt eine sehr detaillierte Bluttestmethode, die bei der Risikoabschätzung bestimmter Allergien unterstützen kann. Sie kommt beispielsweise bei Allergien gegen bestimmte Nahrungsmittel wie Erdnüsse oder Baumnüsse zum Einsatz.
Wie wird eine potenziell lebensbedrohliche allergische Reaktion behandelt?
Das wichtigste Medikament bei einer Anaphylaxie ist Adrenalin. Es kann dir als Autoinjektor oder Nasenspray für den Notfall verschrieben werden. Adrenalin hilft unter anderem dabei, den Blutdruck wieder zu stabilisieren und regt das Herz an, wieder kräftiger zu schlagen. Etwa 10 % der Anaphylaxiefälle benötigen mehr als eine Dosis Adrenalin, deshalb solltest du im Idealfall immer zwei Geräte bei dir tragen.
Weitere Behandlungen im Rettungswagen oder im Krankenhaus können andere Allergiemedikamente und gegebenenfalls Sauerstoff und intravenöse Flüssigkeit umfassen.
Adrenalin-Autoinjektor
Sich selbst etwas in den Oberschenkel zu spritzen mag zunächst beängstigend wirken, aber die Adrenalingabe rettet dich im Notfall und deine Ärztin oder dein Arzt wird dir zeigen, wie es geht. Übe regelmäßig mit Trainings-Autoinjektoren und beziehe deine Familie und Arbeitskolleginnen sowie -kollegen mit ein, falls du einmal Hilfe brauchst.
Adrenalin-Nasenspray
Dies ist eine weitere Option für Erwachsene und Kinder ab einem Körpergewicht von 30 kg. Der Sprühstoß enthält die Menge Adrenalin, die du im Notfall benötigst. Bleibt eine Besserung nach etwa 10 Minuten aus oder verschlechtern sich die Symptome erneut, kann, genauso wie bei einem Autoinjektor, eine zweite Dosis über die gleiche Nasenseite gegeben werden.
Gibt es eine Heilung für die Anaphylaxie?
Noch nicht, aber eine Allergie-Immuntherapie kann möglicherweise das Risiko eines schweren Verlaufs verringern. Die Behandlung zielt darauf ab, dein Immunsystem mit regelmäßigen Dosen des Allergens so zu „trainieren“, dass es das Allergen besser toleriert oder im Idealfall gar nicht mehr darauf reagiert.
Deine Allergologin oder dein Allergologe kann dir dabei helfen herauszufinden, ob diese Therapieoption eine Möglichkeit für dich sein könnte.
3 Tipps, um das Risiko einer Anaphylaxie zu verringern
Deine Ärztin oder dein Arzt wird dir viele Ratschläge geben, wenn du eine Anaphylaxie hattest oder eine Allergie diagnostiziert wurde, die ein höheres Risiko für eine schwere systemische allergische Reaktion mit sich bringt. Hier sind einige Vorschläge:
- Meide deinen Auslöser bestmöglich: Lies Zutatenlisten und frage beim Essen im Restaurant nach den Inhaltsstoffen. Achte in der Saison darauf, keine Bienen oder Wespen anzulocken oder zu reizen. Informiere medizinisches Personal über deine Medikamenten- oder Latexallergie und stelle sicher, dass sie in deiner Patientenakte vermerkt ist und du einen Notfallausweis besitzt.
- Achte auf deine Notfallmedikamente: Stelle sicher, dass dein Adrenalin-Autoinjektor oder -Spray noch haltbar ist und gemäß den Empfehlungen gelagert wird. Trage idealerweise zwei Dosen bei dir. Dein Notfallset gehört immer in greifbare Nähe!
- Habe einen Aktionsplan: Erstelle gemeinsam mit deiner Ärztin oder deinem Arzt einen individuellen Anaphylaxie-Notfallplan. Teile ihn mit deiner Familie, Schule oder Arbeitsstelle sowie Betreuungspersonen, damit alle wissen, was wann zu tun ist und wie die Notfallmedikamente verabreicht werden.
Kurzfassung
Eine Anaphylaxie ist eine potenziell lebensbedrohliche allergische Reaktion, die den ganzen Körper betrifft. Sie sollte in der Notfallsituation als allererstes und sofort mit Adrenalin behandelt werden und dann weitere Hilfe über die 112 gerufen werden – auch, wenn es der Betroffenen oder dem Betroffenen zunächst besser geht.
Das Ausmaß einer anaphylaktischen Reaktion kann verringert werden, wenn die Symptome früh genug erkannt werden, geeignete Notfallmedikamente umgehend zur Verfügung stehen, alle wissen, wie diese wann angewendet werden und schnell weitere medizinische Hilfe in Anspruch genommen wird.
Häufige Ursachen für Anaphylaxien sind Nahrungsmittel, Insektengifte, Medikamente und Latex. Ein detaillierter Bluttest kann, zusammen mit deiner Krankengeschichte, deiner Ärztin oder deinem Arzt dabei helfen, dein Risiko einer Anaphylaxie besser einzuschätzen. Eine Allergie-Immuntherapie kann je nach Auslöser dieses Risiko möglicherweise verringern.
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Allergiecheck macht Allergiewissen verständlich für jeden und hält sich dafür an ein aufwendiges Redaktionsverfahren. Wir legen zum Beispiel Wert auf aktuelle und verlässliche Informationsquellen. Expertinnen und Experten der medizinischen Abteilung überprüfen unsere Inhalte, bevor wir sie an dich weitergeben. Das Experten- sowie auch das Redaktionsteam bemühen sich, jederzeit genau, gründlich, klar und objektiv zu sein. Unsere Redaktionsrichtlinien erklären im Detail, wie wir dies tun.
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Zuletzt medizinisch überprüft am 10 März 2025
Referenzen
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