Allergisch auf Insektengift?

Allergisch auf Insektengift?

Schwere allergische Reaktionen können lebensbedrohlich sein. Eine Hyposensibilisierung kann dich schützen.

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Reagierst du möglicherweise allergisch auf Insektengift?

Nicht jede starke Schwellung ist eine Allergie. Treten jedoch Beschwerden fernab des Stichortes oder am ganzen Körper auf, kann eine Insektengiftallergie dahinterstecken. Achte besonders auf folgende Warnzeichen nach einem Stich:
  • Atemnot
  • Schwindel
  • Ausschlag am ganzen Körper
  • Schweißausbruch
  • Herzrasen
  • Ohnmacht
  • Plötzliche Übelkeit/Erbrechen

Finde eine Allergologin oder einen Allergologen in deiner Nähe

Hattest du nach einem Insektenstich schwere allergische Allergiesymptome? Dann sprich mit einer Allergologin oder einem Allergologen aus unserer Facharztsuche über die beste Behandlungsmöglichkeit.

Du vermutest eine Insektengiftallergie?
Das sind die nächsten Schritte.

Viele Betroffene wissen nach einer schweren allergischen Reaktion auf Insektengift nicht, dass sie sich nach der Notfallbehandlung im Krankenhaus bei einer Allergologin oder einem Allergologen zur weiteren Versorgung vorstellen sollten. Dabei ist genau dieser Schritt entscheidend, um im Falle eines erneuten Stichs gut vorbereitet zu sein.

Hyposensibilisierung:
Sehr gute Erfolgsaussichten
bei Insektengiftallergie

Die Hyposensibilisierung (Allergie-Immuntherapie) ist die einzige Behandlungsoption, die an der Ursache der Insektengiftallergie ansetzt. Dabei wird das Immunsystem schrittweise an das Insektengift gewöhnt. Ziel ist es, die Allergiesymptome bei zukünftigen Stichen deutlich zu reduzieren oder ganz zu verhindern.

Die Erfolgsaussichten sind sehr gut: Über 95% der Menschen mit einer Wespengiftallergie und über 80% mit einer Bienengiftallergie reagieren nach erfolgreicher Hyposensibilisierung bei einem erneuten Stich nicht mehr mit lebensbedrohlichen Symptomen. Dadurch gewinnen viele Betroffene ein großes Stück Sicherheit und Lebensqualität zurück.

Das Arztgespräch - Nimm dir ein paar Minuten Zeit für die Vorbereitung.

Nach einer schweren allergischen Reaktion fällt es oft schwer, sich später an alle Details zu erinnern. Mit unserer Vorbereitungshilfe kannst du wichtige Informationen zu deinen Beschwerden nach dem Stich festhalten und sie zu deinem nächsten Arzttermin mitnehmen.

Vorbereitungshilfe herunterladen

Gut vorbereitet für den Anaphylaxie-Notfall

Wer bereits eine schwere allergische Reaktion nach einem Bienen- oder Wespenstich erlebt hat, sollte immer gut vorbereitet sein - denn so ganz lässt sich der Kontakt nie vermeiden. Ein ärztlich verordnetes Anaphylaxie-Notfallset kann dir helfen, die Anaphylaxie-Symptome direkt vor Ort zu behandeln und die Zeit bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes bestmöglich zu überbrücken. Es ersetzt jedoch weder den Notruf noch die allergologische Abklärung oder eine Hyposensibilsierung (Allergie-Immuntherapie).

Was gehört in ein Anaphylaxie-Notfallset?

Wird bei dir eine Insektengiftallergie mit Anaphylaxierisiko festgestellt, sollte dir deine Ärztin oder dein Arzt ein Anaphylaxie-Notfallset verordnen. Dieses enthält meist folgende Medikamente:

  • Adrenalin als Nasenspray oder Autoinjektor (Pen)
  • Antihistaminikum
  • Kortison
  • Eventuell auch ein Asthmaspray zur Erleichterung der Atmung

Gut zu wissen: Das Anaphylaxie-Notfallset ist für den akuten Notfall gedacht. Die Hyposensibilisierung (Allergie-Immuntherapie) setzt dagegen an der Ursache der Insektengiftallergie an und kann das Risiko schwerer allergischer Reaktionen bei zukünftigen Bienen- oder Wespenstichen langfristig reduzieren.

SCHNELLES HANDELN KANN LEBEN RETTEN.

Ein anaphylaktischer Schock ist ein lebensbedrohlicher Notfall

Wenn du vermutest, dass du oder eine andere Person eine schwerwiegende allergische Reaktion hast, versuche ruhig zu bleiben und gehe Schritt für Schritt vor.

1 Bleib ruhig!
2 Wenn du oder die betroffene Person ein Adrenalin-Nasenspray oder einen Autoinjektor hat: umgehend anwenden!
3 Rufe 112 an und nenne das Stichwort Anaphylaxie
4 Atemnot? Nutze das Asthmaspray.
5 Verwende weitere Medikamente aus dem Notfallset.
6 Bei ausbleibender Besserung, gleichbleibender Beschwerden oder erneuter Verschlechterung nach 5-15 Minuten: zweite Dosis Adrenalin anwenden.

Häufig gestellte Fragen über Insektengiftallergie

Ich hatte eine allergische Reaktion nach einem Insektenstich – was soll ich jetzt tun?

Nach einer schweren allergischen Reaktion solltest du nach initialer Notfallbehandlung im Krankenhaus auch immer einen Termin bei einer Allergologin oder einem Allergologen zur Weiterbehandlung vereinbaren. Sofern nicht bereits im Krankenhaus geschehen, wird dort abgeklärt, ob eine Insektengiftallergie vorliegt und ob eine Hyposensibilisierung für dich infrage kommt. Außerdem erhalten viele Betroffene dort auch die Verordnung für ihr Anaphylaxie-Notfallset mit Adrenalin.

Wie wird eine Insektengiftallergie festgestellt?

Nach einem ausführlichen Gespräch erfolgen in der Regel Blutuntersuchungen und/oder Hauttests. So lässt sich feststellen, ob eine Allergie gegen Bienen- und/ oder Wespengift besteht.

Wie lange dauert die Therapie?

Die Hyposensibilisierung (Allergie-Immuntherapie) dauert in der Regel 3-5 Jahre. Manche Betroffene benötigen aufgrund bestimmter Risikofaktoren sogar eine lebenslange Therapie. Über die notwendige Therapiedauer entscheidet die Allergologin oder der Allergologe.

Übernimmt die Krankenkasse die Kosten?

Bei medizinisch begründetem Verdacht werden die Kosten für die Allergiediagnostik von den Krankenkassen übernommen. Auch die Therapiekosten für die Hyposensibilisierung werden von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen. Bei Privatversicherten entscheidet der gewählte Tarif über die Kostenübernahme und kann von Betroffenen direkt bei der Kasse angefragt werden.

Referenzen

  1. Simons, F et al., World Allergy Organization Guidelines for the Assessment and Management of Anaphylaxis, World Allergy Organ J 2011; 4: 13–37
  2. DGAKI, S2k-Leitlinie Bienen- und Wespengiftallergie, Allergologie 2023; 46(10): 649–689.