Insektengiftallergie - Reagieren Sie allergisch auf Insektenstiche?

Informationen zum anaphylaktischen Schock
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Was ist eine Insektengiftallergie?

Ein Insektenstich ist ärgerlich und schmerzhaft, normalerweise aber kein Grund zur Beunruhigung. Manche Menschen reagieren jedoch auf Insektengift mit so heftigen Allergie-Symptomen, dass binnen kurzer Zeit sogar eine lebensbedrohliche Situation eintritt, wenn sie nicht umgehend medizinische Hilfe erhalten. Hier erfahren Sie alles über die Insektengiftallergie, ihre Symptome und Behandlungsmöglichkeiten.

Sommerzeit heißt auch Bienen- und Wespenzeit

Wie kann eine Insektengiftallergie diagnostiziert werden?

Als Insektengiftallergie werden allergische Reaktionen auf das Gift bestimmter Insekten bezeichnet. Diese Reaktionen können in unterschiedlicher Schwere auftreten. Bei bis zu 3,5 Prozent der Bevölkerung in Deutschland lösen Insektenstiche systemische Reaktionen aus, d.h. Symptome, die den gesamten Organismus betreffen und bis zur lebensbedrohlichen Anaphylaxie reichen können. Bei bis zu 25 Prozent der Bevölkerung kommt es zu gesteigerten örtlichen Reaktionen, das heißt, durch den Insektenstich verursachte Schwellungen können einen Durchmesser von mehr als zehn Zentimeter annehmen und länger als 24 Stunden anhalten.

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Die Diagnose einer Insektengiftallergie basiert auf den Komponenten Anamnese und Nachweis einer entsprechenden Sensibilisierung. Bei der Anamnese, d.h. der Krankheitsvorgeschichte kommt es insbesondere darauf an, herauszufinden, ob und in welchem Umfang es zu anaphylaktischen Reaktionen gekommen ist. Zudem ist es für den Arzt wichtig, möglichst genaue Informationen über den Zeitraum zwischen Stich und Reaktion, die Art des Insekts sowie zu den Umständen des Ereignisses zu erhalten.

Diagnose

Um eine sichere Diagnose stellen zu können, erfolgen Hauttests und Antikörperbestimmung zunächst in der ersten Woche nach dem Insektenstich. Wenn der Stich etwa vier bis sechs Wochen zurückliegt, werden diese noch einmal wiederholt. Ein Fokus der diagnostischen Abklärung besteht darin, die Schwere der Stichreaktion zu klassifizieren und das individuelle Risiko einer Anaphylaxie der betroffenen Person zu erfassen.

Typische Symptome und Gefahren einer Insektengiftallergie

Eine Rötung der Haut um die Einstichstelle und das Entstehen einer Quaddel sind normale Reaktionen des menschlichen Körpers auf einen Insektenstich. Diese Erscheinungen bilden sich jedoch auch ohne Behandlung innerhalb weniger Tage wieder zurück. Alle darüber hinausgehenden Symptome sollten Sie vorsichtshalber grundsätzlich als mögliche Indizien für eine Insektengiftallergie betrachten, solange diese nicht durch entsprechende Testergebnisse ausgeschlossen werden konnte.

Typisch für eine Insektengiftallergie sind im Vergleich zu anderen Allergien besonders heftige Reaktionen des Körpers:

  • Rötung und Nesselausschlag der Haut,
  • Juckreiz oder Brennen an Handinnenflächen und Fußsohlen, im Rachenraum sowie an der Zunge,
  • Schwellungen am Hals und im Gesicht,
  • metallischer Geschmack, Kopfschmerzen oder Desorientierung,
  • Übelkeit, Erbrechen, Bauchkrämpfe, Durchfall
  • Fließschnupfen, Heiserkeit, Atemnot,
  • starke Atembeschwerden,
  • Hitzewallungen,
  • Schwächegefühl,
  • Schwindel

In der Regel machen sich diese Insektengiftallergie-Symptome schon wenige Minuten oder sogar nur Sekunden nach dem Insektenstich deutlich bemerkbar und stellen eine besonders große Gefahr dar. Um einen potentiell lebensbedrohlichen anaphylaktischen Schock zu vermeiden oder zumindest frühzeitig Gegenmaßnahmen einzuleiten, sollten Sie in solchen Fällen umgehend den Notarzt rufen.

Insektengiftallergie ʺKleiner Stich-große Gefahrʺ - Allergische Reaktionen & Behandlung

Welche Insekten sind für Allergiker besonders gefährlich?

Mehr oder weniger schwerwiegende allergische Reaktionen werden in Deutschland überwiegend durch das Gift von Honigbienen und Wespen ausgelöst. Seltener, aber nicht weniger ernst zu nehmen, sind allergische Reaktionen auf Stiche von Hornissen oder Hummeln. Insektengiftallergien machen sich deshalb vor allem im Sommerhalbjahr bemerkbar, weil sich Menschen hier oft im Freien aufhalten und zahlreiche Insekten unterwegs sind.

Stichkunde

 

Die im deutschsprachigen Raum gemeldeten schweren Anaphylaxien bei Erwachsenen sind vor allem auf Wespenstiche zurückzuführen. Das Statistische Bundesamt registriert jährlich rund 20 Todesfälle, die durch Stiche von Bienen, Wespen oder Hornissen verursacht worden sind. Über die genannten Insektenarten hinaus sind jedoch auch Fälle bekannt, in denen allergische Reaktionen von bestimmten Ameisenarten - wie zum Beispiel der Großen Knotenameise - hervorgerufen worden sind.

 

Wie kann eine Insektengiftallergie behandelt werden?

Aufgrund der möglichen allergischen Reaktionen sollten von einer Insektengiftallergie Betroffene stets ein Notfallset griffbereit haben. Dieses umfasst in jedem Fall Glukocortikoide und schnell wirkende Antihistaminika sowie - für besonders schwere allergische Reaktionen - Adrenalin zur Injektion in einem Pen. Um einen Bienen- oder Wespenstich behandeln zu können, sollte insbesondere die Verwendung des Adrenalin-Autoinjektors geübt werden. Dafür stehen sogenannte Simulatoren ohne Nadel zur Verfügung, die kein Medikament enthalten. Je sicherer der Betroffene in der Anwendung ist, desto leichter fällt die Anwendung während einer allergischen Reaktion.

Neben der akuten Behandlung der Symptome kommt der Vermeidung von Insektenstichen und der Hyposensibilisierung eine große Bedeutung zu.

Letztlich kann das Risiko einer lebensgefährlichen allergischen Reaktion auf Dauer nur durch eine Hyposensibilisierung reduziert und ein anhaltender Schutz erreicht werden. Das ist besonders wichtig, wenn Sie z.B. aufgrund des Berufs oder der Lebensumstände einem erhöhten Insektenstich-Risiko ausgesetzt sind. Zu diesem Personenkreis zählen beispielsweise Imker, Forstarbeiter, Landwirte, Gärtner sowie Verkäufer von Obst und Backwaren.

Da bei besonders gefährdeten Personen der angestrebte Schutz möglichst schnell erreicht werden soll, sollten die Dosissteigerungen im Rahmen der Hyposensibilisierung relativ rasch erfolgen. Daher kann es notwendig sein, die Anfangsbehandlung der spezifischen Immuntherapie stationär in einer darauf spezialisierten Fachklinik durchzuführen.

Weitere Informationen zum Thema Insektengiftallergie finden Sie auf der Website www.insektengiftallergie.de.

Initiative Insektengiftallergie

 

Tipps zur Vermeidung von Insektenstichen

 

Tipps zur Vermeidung von Insektenstichen

 

Das Wichtigste in Kürze

Insektengiftallergien treten zwar insgesamt seltener auf als Pollen-, Hausstaubmilben- oder Tierhaarallergien, sind aber mit einem höheren Risiko besonders schwerer allergischer Reaktionen verbunden. Deshalb sollten Sie Symptome, die über die normale Schmerzempfindung, lokale Rötung und Quaddelbildung hinausgehen, sehr ernst nehmen. Betroffene sollten sich schnell einem Arzt vorstellen oder einen Notarzt rufen lassen. Bei nachgewiesener Insektengiftallergie sollten Sie ständig ein Notfallset bei sich haben. Langfristig sollte durch eine Hyposensibilisierung ein Schutz gegen das Allergen aufgebaut werden.

Letztes Update: 12/04/2019