Asthma-Diagnose

Was erwartet mich beim Arztbesuch?

timer Min. Lesedauer

Die Symptome eines Asthmas

Asthma bronchiale ist eine der häufigsten chronischen Atemwegserkrankungen und geht meist mit bestimmten charakteristischen Beschwerden wie Luftnot und Engegefühl im Brustbereich einher. Leiden Sie an diesen Symptomen, muss es sich bei Ihnen jedoch nicht zwangsläufig um eine Asthmaerkrankung handeln. Umgekehrt kann sich Asthma bronchiale in jedem individuellen Einzelfall etwas anders zeigen, so dass nicht jeder Patient über alle asthmatypischen Symptome klagt.

 

Arztgespräch

 

Aufgrund des hohen Risikos einer stetigen Verschlechterung bei unbehandeltem Asthma ist es besonders wichtig, dass die Erkrankung so früh wie möglich durch einen Arzt diagnostiziert wird. Je früher im Krankheitsverlauf die Diagnose gestellt wird, desto leichter ist die medikamentöse Kontrolle des Asthmas. Besondere Sorgfalt bei der Asthma-Diagnose sollte der Abgrenzung von Atemwegsinfekten gewidmet werden. Gerade bei relativ unspezifischen Atemwegsbeschwerden besteht sonst die Gefahr, dass diese als Atemwegsinfektion interpretiert und irrtümlich mit Antitussiva oder gar mit Antibiotika behandelt werden.

Wichtige Methoden und Verfahren der Asthma-Diagnose

Die Grundlage einer Asthma-Diagnose bildet eine ausführliche Befragung durch Ihren Arzt. Häufig wird es sich dabei zunächst um Ihren Hausarzt oder Ihre Hausärztin handeln. Bei allergischem Asthma möglicherweise auch um einen Allergologen, bei dem Sie bereits wegen allergischer Beschwerden in Behandlung sind. Zur gründlichen Abklärung erfolgt oft auch eine Überweisung an einen Lungenfacharzt, einem Pulmologen. Dieser verfügt über die notwendige Ausstattung, um auch umfangreichere Untersuchungen der Atemwege vornehmen zu können. Im Rahmen der Befragung geht es zunächst darum, die von Ihnen bislang wahrgenommenen Beschwerden zu erfassen. Ebenso sollte in Erfahrung gebracht werden, ob diese in bestimmten Situationen oder zu bestimmten Tages- oder Jahreszeiten gehäuft aufgetreten sind. Nicht untypisch für den Verlauf einer Asthmaerkrankung ist der Wechsel von mehr oder weniger schweren Anfällen mit beschwerdearmen oder völlig symptomfreien Phasen. Es gilt also, auch ein möglichst genaues Bild der Symptome zu erhalten, die zum Zeitpunkt Ihres Arztbesuchs möglicherweise gar nicht unmittelbar festzustellen sind.

Wichtig ist in diesem Zusammenhang auch die Tatsache, dass Asthma bei älteren Patienten mitunter nicht diagnostiziert oder auch übersehen wird, weil sie tendenziell weniger davon betroffen sind als junge Menschen. Mit zunehmendem Lebensalter besteht zudem eine höhere Wahrscheinlichkeit von Lungenschäden durch andere Einflussfaktoren wie Umweltschadstoffe oder Rauchen. Dennoch kann Asthma bronchiale in jedem Lebensalter auftreten und sollte auch bei älteren Patienten grundsätzlich als mögliche Ursache entsprechender Symptome in Betracht gezogen werden. Auf die Befragung folgen in der Regel verschiedene Diagnoseverfahren, die eine genauere Abklärung und Abgrenzung gegenüber anderen Krankheitsbildern erlauben. Eine zentrale Rolle im Rahmen der körperlichen Untersuchung spielt dabei die sogenannte Auskultation, das heißt, das Abhören mithilfe eines Stethoskops. Anhand der hier wahrgenommenen Atemgeräusche kann der erfahrene Mediziner Rückschlüsse auf die Art und das Ausmaß vieler Atemwegserkrankungen ziehen. Auch Asthma bronchiale geht oftmals mit charakteristischen Atemgeräuschen einher.

Facharztsuche

Facharztsuche

Allergologe gesucht?

Möchten Sie Ihre Allergie behandeln lassen? Finden Sie einen Arzt in Ihrer Nähe.

Mehr…
Allergietest online

Online-Allergietest

Haben Sie eine Allergie?

Testen Sie selbst und nehmen Sie sich kurz Zeit, um festzustellen, wie wahrscheinlich bei Ihnen eine Allergie die Ursache Ihrer Beschwerden ist.

Mehr…

Ist eine Allergie möglicher Auslöser für mein Asthma?

Ein großer Teil der Asthmaerkrankungen, insbesondere bei Kindern und jungen Erwachsenen, ist auf Allergien zurückzuführen. Zudem treten häufig Mischformen von allergischem und nicht-allergischem Asthma auf. Aus diesem Grund ist es in vielen Fällen sinnvoll, auch zu untersuchen, ob eventuell eine Allergie besteht. Hierzu werden spezielle Allergietests vorgenommen, die sich wie folgt unterteilen lassen:

  • Hauttest,
  • Provokationstests und
  • Bluttests.

Ein häufig angewandtes Standardverfahren ist der sogenannte Pricktest. Hier werden verschiedene Allergene auf die Haut aufgebracht, um eventuelle allergische Reaktionen wie etwa Quaddeln oder Rötungen feststellen zu können. Bei unklaren Hauttestergebnissen können Provokationstests am jeweiligen Endorgan (Nase, Augen, Bronchien) durchgeführt werden. Im Unterschied dazu werden die Bluttests im Labor durchgeführt. Besondere Bedeutung haben dabei die Messung des sogenannten Gesamt-IgE-Spiegels (IgE = Immunglobulin E) im Blut sowie die Bestimmung allergenspezifischer IgE-Antikörper. Darüber hinaus können auch Entzündungsmarker bestimmt oder zelluläre Tests durchgeführt werden.

Allergietest

Pricktest

 

Lungenfunktionstest - bei der Asthma-Diagnose unverzichtbar

Eine zentrale Rolle bei der Asthma-Diagnose spielt die Lungenfunktionsdiagnostik. Sie dient vor allem dem Ziel, die Diagnose durch objektive Messungen zu sichern. So geben die bei einem Lungenfunktionstest gewonnenen Daten beispielsweise wichtige Hinweise auf den Schweregrad der Asthmaerkrankung. Ebenso können hier Rückschlüsse auf eine mögliche Rückbildung und Variabilität der Symptome gewonnen werden. Insbesondere aufgrund des anfallsweisen Verlaufs von Asthma sind objektiv messbare Daten so wichtig, da wesentliche Symptome zum Zeitpunkt des Arztbesuchs nicht immer sichtbar sein müssen. Auch die Befragung durch Ihren Arzt liefert dazu nur eingeschränkt aussagefähige Informationen, weil die individuelle Wahrnehmung der Beschwerden sehr verschieden und oft inadäquat ist. Nicht selten neigen Patienten zu einer Fehleinschätzung im Hinblick auf den tatsächlichen Schweregrad ihres Asthmas.

Mit einem spirometrischen Lungenfunktionstest ist es jedoch möglich, das Lungen- und Atemvolumen sowie die Luftflussgeschwindigkeiten zu messen und aufzuzeichnen. Anhand dieser Daten kann die Funktion und Leistungsfähigkeit der Lunge beurteilt werden. Ein solcher Lungenfunktionstest wird durchgeführt, indem Sie nach Anleitung bestimmte Atemmanöver vollführen und dabei mittels eines Mundstücks durch ein sogenanntes Spirometer atmen. Eine bei Asthmapatienten besonders aufschlussreiche Kennzahl ist die sogenannte Einsekundenkapazität, die besagt, wieviel Luft der Patient in einer Sekunde ausatmen kann – je stärker Ihre Atemwege verengt sind, desto weniger Luft können Sie innerhalb einer Sekunde ausatmen. Auch die Peak-Flow-Messung, bei der die maximale Geschwindigkeit der beim Ausatmen aus der Lunge strömenden Luft bestimmt wird, ist ein wichtiger Parameter für die Asthma-Diagnose. Sie kann mithilfe kleinerer Geräte auch zur Selbstkontrolle zu Hause durchgeführt werden. Die durch einen Lungenfunktionstest gewonnenen Messwerte sind nicht nur für die erstmalige Asthma-Diagnose wichtig, sondern auch, um durch wiederholte Messungen den Verlauf der Krankheit kontrollieren zu können. Darüber hinaus kann bei der Erstdiagnostik von Asthma bronchiale auch ein bildgebendes Diagnoseverfahren hilfreich sein, um andere Atemwegserkrankungen auszuschließen. Bewährt hat sich dabei eine Röntgenaufnahme des Thorax (Brustkorb) in zwei Ebenen. Weitere Untersuchungsmethoden, die zur Diagnose von Asthma eingesetzt werden können, sind Blutgasanalysen und Sputum-Untersuchungen.

Das Wichtigste auf einen Blick

Bei Verdacht auf eine Asthma-Erkrankung ist eine möglichst zügige Diagnosestellung wichtig, damit frühzeitig eine angemessene Therapie eingeleitet und eine Verschlimmerung des Leidens vermieden werden kann. Ein ausführliches Gespräch zum Gesundheitszustand und das Abhören des Patienten bilden in der Regel die Basis. Zur Sicherung der Diagnose und Kontrolle des Krankheitsverlaufs anhand objektiv messbarer Daten werden zudem verschiedene Lungenfunktionstests durchgeführt. Allergietests werden genutzt, um eventuelle Allergien als Ursache des Asthmas identifizieren zu können. Auch bildgebende Diagnoseverfahren wie Röntgen sowie Analysen des Sputums oder des Gasgehalts im Blut können im Rahmen der Asthma-Diagnose zum Einsatz kommen.

Letztes Update: 08/01/2019