Asthma-Diagnose

Was erwartet mich beim Arztbesuch?

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Welche Symptome zeigen sich bei Asthma?

AAsthma bronchiale ist eine der häufigsten chronischen Atemwegserkrankungen. Charakteristische Beschwerden wie Luftnot und ein Engegefühl im Brustbereich können ein Hinweis auf Asthma sein – muss es aber nicht. Denn Asthma bronchiale kann sich in jedem individuellen Einzelfall anders bemerkbar machen.

 

Arztgespräch

 

Wichtig ist vor allem, Ihren Verdacht auf eine Asthma-Erkrankung so früh wie möglich mit einem Facharzt zu besprechen – schon allein, um das Risiko einer stetigen Verschlechterung zu vermeiden. Je früher im Krankheitsverlauf die Asthma-Diagnose gestellt wird, desto leichter ist es, die Asthmaerkrankung mithilfe von Medikamenten zu kontrollieren.  Vor allem, wenn Ihre Symptome anhalten und durch Behandlung mit Antitussiva nicht besser werden, sollte der Arztbesuch nicht länger aufgeschoben werden.

Wichtige Methoden und Verfahren der Asthma-Diagnose

Die Grundlage einer Asthma-Diagnose bildet die Anamnese – eine ausführliche Befragung durch Ihren Arzt, um Ihre gesundheitliche Vorgeschichte zu klären. Häufig führt diese Ihr Hausarzt durch. Bei allergischem Asthma könnte das erste Gespräch auch bei einem Allergologen erfolgen, bei dem Sie wegen Ihrer allergischen Beschwerden in Behandlung sind. Eine Überweisung an einen Lungenfacharzt, einem Pneumologen, ist ebenfalls möglich. Dieser verfügt über die notwendige Ausstattung, um auch umfangreichere Untersuchungen der Atemwege vorzunehmen.

Gehen Sie bei Verdacht zum Arzt

Im Gespräch mit Ihrem Arzt geben Sie Auskunft über Ihre bislang wahrgenommenen Beschwerden und die Umstände, unter denen Ihre Symptome auftreten, beispielsweise bestimmte Situationen, Tages- oder Jahreszeiten. Für den Verlauf einer Asthmaerkrankung ist der Wechsel von mehr oder weniger schweren Anfällen mit beschwerdearmen oder völlig symptomfreien Phasen nicht untypisch. Daher ist es ebenso wichtig, ein möglichst genaues Bild der Symptome zu erhalten, die vielleicht zum Zeitpunkt Ihres Arztbesuchs möglicherweise nicht akut feststellbar sind.

Ältere Patienten sind tendenziell weniger häufig von Asthma betroffen. Mit zunehmendem Lebensalter treten mit höherer Wahrscheinlichkeit Lungenschäden durch andere Einflussfaktoren wie Umweltschadstoffe oder Rauchen auf. Nichtsdestotrotz kann Asthma bronchiale in jedem Lebensalter auftreten. Und auch bei älteren Patienten sollte es grundsätzlich als mögliche Ursache entsprechender Symptome überprüft werden.

Nach der Anamnese folgen Diagnoseverfahren zur genauen Abklärung und Abgrenzung zu anderen Krankheitsbildern. Eine zentrale Rolle im Rahmen der körperlichen Untersuchung spielt die sogenannte Auskultation – das gründliche Abhören mithilfe eines Stethoskops. Anhand der Atemgeräusche können erfahrene Mediziner Rückschlüsse auf die Art und das Ausmaß vieler Atemwegserkrankungen ziehen. Bei Asthma bronchiale korreliert jedoch das Ausmaß möglicher Auskultationsphänomene nicht mit dem Grad der Atemwegsverengung.  Zwischen den Asthmaanfällen kann die körperliche Untersuchung völlig unauffällig ausfallen. Bei einer bestehenden Verengung können beim ausatmen trockene Geräusche wie Giemen, Pfeifen und/oder Brummen auftreten.

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Ist eine Allergie möglicher Auslöser für mein Asthma?

Ein großer Teil der Asthmaerkrankungen ist gerade bei Kindern und jungen Erwachsenen auf Allergien zurückzuführen. Oft treten auch Mischformen von allergischem und nicht-allergischem Asthma auf. Ob eventuell eine Allergie vorliegt, sollten Sie daher ebenfalls untersuchen lassen. Hierzu werden spezielle Allergietests vorgenommen, die sich folgendermaßen unterteilen lassen:

  • Hauttest,
  • Provokationstests und
  • Bluttests.

Ein oft angewandtes Standardverfahren ist der sogenannte Pricktest. Hier werden verschiedene Allergene mit einem kleinen Piecks direkt in die oberste Hautschicht gebracht. Bei einer  allergischen Reaktion zeigen sich an den entsprechenden Stellen Quaddeln oder Rötungen. Ist der Hauttest unklar, können weitere Provokationstests an Organen wie Nase, Augen und Bronchien folgen. Im Unterschied dazu werden Bluttests im Labor durchgeführt. Hierbei wird  der sogenannte Gesamt-IgE-Spiegel (IgE = Immunglobulin E) im Blut sowie allergenspezifische IgE-Antikörper gemessen. Auch weiterführende Untersuchungen bei unklaren Ergebnissen wie die Bestimmung von Entzündungsmarkern oder Durchführung zellulärer Tests sind über die Blutuntersuchung möglich.

Allergietest

Pricktest

 

Lungenfunktionstest - bei der Asthma-Diagnose unverzichtbar

Eine zentrale Rolle bei der Asthma-Diagnose spielt die Überprüfung der Lungenfunktion, die bisherige Diagnoseergebnisse durch objektive Messungen sichert. Die bei einem Lungenfunktionstest gewonnenen Daten geben wichtige Hinweise auf den Schweregrad der Asthmaerkrankung. Objektiv messbare Daten sind aufgrund des anfallsweisen Verlaufs der Asthmaerkrankung wichtig, da wesentliche Symptome zum Zeitpunkt des Arztbesuchs nicht immer sichtbar sind. Die Befragung durch Ihren Arzt kann zwar helfen, liefert aber nur eingeschränkt aussagefähige Informationen – auch weil die individuelle Wahrnehmung der Beschwerden bei Patienten verschieden ist. Viele können den tatsächlichen Schweregrad ihres Asthmas nicht einschätzen.

Möglich wird dies mit einem spirometrischen Lungenfunktionstest. Er misst das Lungen- und Atemvolumen sowie die Luftflussgeschwindigkeiten und zeichnet sie auf. Die Daten liefern wichtige Ergebnisse, um die Funktions- und Leistungsfähigkeit der Lunge beurteilen zu können.

Lungenfunktionstest

Sie atmen beim Lungenfunktionstest mittels Mundstück durch ein sogenanntes Spirometer und führen angeleitet durch den Arzt bestimmte Atemmanöver durch. Eine bei Asthmapatienten besonders aufschlussreiche Kennzahl ist die sogenannte Einsekundenkapazität. Diese besagt, wieviel Luft Sie in einer Sekunde ausatmen können. Je stärker Ihre Atemwege verengt sind, desto weniger Luft können Sie innerhalb einer Sekunde ausatmen.

Auch die Peak-Flow-Messung ist ein wichtiger Parameter für die Asthma-Diagnose: Hier wird die  maximale Geschwindigkeit der beim Ausatmen aus der Lunge strömenden Luft bestimmt. Diese Methode  können Sie übrigens mithilfe kleinerer Geräte auch zur Selbstkontrolle zu Hause  durchführen. Nicht nur für die Asthma-Diagnose sind Lungenfunktionstests wichtig. Regelmäßige Messungen helfen dabei, den Verlauf der Krankheit zu kontrollieren.

Um andere Atemwegserkrankungen auszuschließen, kann bei der Erstdiagnostik von Asthma bronchiale auch ein bildgebendes Diagnoseverfahren hilfreich sein. Bewährt hat sich dabei eine Röntgenaufnahme des Thorax (Brustkorb) in zwei Ebenen. Weitere Untersuchungsmethoden, die zur Diagnose von Asthma eingesetzt werden können, sind Blutgasanalysen und Sputum-Untersuchungen.

Das Wichtigste auf einen Blick

Bei Verdacht auf eine Asthma-Erkrankung ist eine möglichst zeitnahe Diagnosestellung wichtig. Nur so können Sie eine Verschlimmerung Ihres Leidens vermeiden. Ein ausführliches Gespräch zu Ihrem Gesundheitszustand und das Abhören des Brustkorbs bilden in der Regel die Basis. Zur Absicherung der Diagnose und Kontrolle des Krankheitsverlaufs werden zudem anhand objektiv messbarer Daten verschiedene Lungenfunktionstests durchgeführt. Um eventuelle Allergien als Ursache des Asthmas identifizieren zu können, stehen ggf. auch Allergietests an. Röntgenaufnahmen sowie Analysen des Sputums (des Auswurfs) oder des Gasgehalts im Blut können zum Ausschluss anderer Erkrankungen ebenfalls zum Einsatz kommen.

Letztes Update: 05/06/2019