Patientinnen und Patienten berichten

Das Leben genießen trotz Wespengift-Allergie

Lange wusste Constanze P. nichts von ihrer Insektengiftallergie - erst als sie eines Tages bei der Gartenarbeit von einer Wespe gestochen wurde und einen anaphylaktischen Schock erlitt, erhielt sie anschließend diese Diagnose. Dank einer Hyposensibilisierung, auch Allergie-Immuntherapie genannt, kann sie heute wieder das Leben im Freien ohne Angst vor Wespenstichen genießen.

Constanze P., 43, arbeitete mit ihrem Vater im Garten und jätete Unkraut, als sie plötzlich einen starken Schmerz im Oberschenkel spürte – eine Wespe hatte sie gestochen. Sie ging ins Haus und versuchte die Schmerzen nach altem Hausrezept mit einer angeschnitten Zwiebel an der Einstichstelle zu lindern. „Dann wurde mir auf einmal schlecht. Ich habe mir ein Glas Wasser eingeschenkt, um etwas zu trinken. In dem Augenblick bin ich plötzlich zusammengebrochen und habe mir den Kopf am Küchentisch angeschlagen“, erzählt sie. Auf allen vieren kroch sie zur Haustür, um ihren Vater zu Hilfe zu rufen. Dieser verständigte sofort den Notarzt. Im Krankenhaus erfuhr Constanze P. dann, dass sie unter einer Insektengiftallergie leidet.

Constanze P. berichtet über eine allergischen Reaktion nach einem Insektenstich

Anaphylaktischer Schock

Was Constanze P. erlebt hat, ist ein so genannter anaphylaktischer Schock. Dieser Schock stellt die stärkste Variante einer Allergie dar. Betroffene reagieren dann mit dem gesamten Körper auf das entsprechende Allergen. Im schlimmsten Fall werden sie bewusstlos und ein Atem- und Kreislaufstillstand droht. Es ist sehr schwierig, sich vor Insektenstichen zu schützen. Wenn Wespen oder Bienen sich bedroht fühlen, weil man sie einklemmt oder auf sie tritt, stechen sie. Insektengiftallergikerinnen und -allergiker sollten deshalb einige Tipps beherzigen:

  • Nicht draußen barfuß laufen. Besonders Bienen halten sich häufig in Bodennähe auf.
  • Ruhe bewahren, wenn du von Wespen umschwirrt werden. Hektische Bewegungen oder Anpusten machen die Tiere aggressiver.
  • Trinkgefäße verschließen und einen Strohhalm benutzen.
  • Vorsicht beim Essen im Freien: Bei einem Picknick oder auf Grillabenden Speisen abdecken.
  • Mülleimer meiden

Und wenn es doch zu einem Stich kommt – was tun?

Wichtig ist, nach einem Stich die Einstichstelle sofort zu kühlen. Wenn du erste Anzeichen einer allergischen Reaktion bemerkst, wie z.B. Hautausschlag und Juckreiz an verschiedenen Körperstellen, Übelkeit oder Schwindel, verständige sofort den Notarzt – wie auch der Vater von Constanze P. Fahre nicht selbst mit dem Auto. Es ist sicherer und schneller, wenn der Notarzt zu dir nach Hause kommt oder du dich mit dem Krankenwagen ins Krankenhaus bringen lässt.

Constanze Perl

Ich kann jetzt den Sommer wieder unbeschwert genießen.

Schutz und Lebensqualität durch eine Allergie-Immuintherapie

Constanze P. war nach ihrem anaphylaktischen Schock sehr vorsichtig, wenn sie sich im Freien aufhielt und versuchte sich an alle Tipps im Umgang mit Wespen zu halten. Ihr behandelnder Arzt legte ihr nahe, sich grundlegend durch eine Hyposensibilisierung (Allergie-Immuntherapie) zu schützen. Bei dieser Therapie wird der Körper behutsam an den auslösenden Giftstoff gewöhnt. Durch die Verabreichung von steigenden Mengen des Allergens, entwickelt er eine Toleranz und die allergischen Reaktionen nehmen ab.

Bei einer Wespengiftallergie liegt die Erfolgsrate nach drei bis fünf Jahren Allergie-Immuntherapie bei über 95%. Erfolgreich behandelte Patientinnen und Patienten zeigen keine oder nur noch geringe Reaktionen auf das Wespengift. Constanze P. entschied sich für diese Behandlung und ist heute froh, dass sie diesen Weg gegangen ist: „Ich kann jetzt den Sommer wieder unbeschwert genießen.“

Anaphylaktischer Schock

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