Hyposensibilisierung: Geht auch mit Tabletten!

Behandeln Sie die Ursache Ihre Allergie ganz einfach mit Tabletten

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Hyposensibilisierung in Tablettenform: Alles über die sublinguale Immuntherapie

Mittlerweile leidet jeder vierte Europäer an Heuschnupfen. Die Zahl der Allergie-Patienten, die die Auslöser ihrer Allergie mit einer ursächlichen Allergiebehandlung beim Schopf packen, ist dafür vergleichsweise gering. Beim Wort Allergie-Impfung – wie die Hyposensibilisierung umgangssprachlich auch genannt wird – denken viele nämlich erst einmal an Spritzen. Dabei gibt es die erfolgsversprechende Allergietherapie seit Jahren auch als Variante mit Tabletten, die einfach unter die Zunge gelegt werden.

Hyposensibilisierung – was ist das?

Es gibt die Möglichkeit, die Ursache des Heuschnupfens mit einer Hyposensibilisierung zu behandeln. Was das ist und wie diese Behandlung funktioniert erklärt Dr. Johannes Wimmer im Video:

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Für wen ist die Hyposensibilisierung mit Tabletten die richtige Therapieform?

Wenn Sie Spritzen lieber aus dem Weg gehen möchten, ist die Hyposensibilisierung mit Tabletten vielleicht eine interessante Alternative für Sie. Diese Variante der Hyposensibilisierung erspart nicht nur lästige Piekser. Im Vergleich zur Therapie mittels Spritzen sind auch weniger Arzttermine notwendig. Durch täglich zuhause einnehmbare Tabletten ist diese Behandlung damit flexibler in den Alltag integrierbar.

Auf der anderen Seite erfordert diese Form der Allergie-Impfung mehr Selbstdisziplin. Denn die kontinuierliche Einnahme der Tabletten – auch außerhalb der Pollensaison – ist die Grundvoraussetzung für den Therapieerfolg. Daher sollte die Einnahme nicht nur bei Kindern, sondern auch bei Jugendlichen am besten durch einen Erwachsenen kontrolliert werden – und das über einen Zeitraum von etwa drei Jahren.

Die Geduld wird dafür in den meisten Fällen belohnt: die Chancen stehen gut, Ihre Allergiesymptome damit auf lange Sicht aus Ihrem Alltag zu verbannen. Die Nachhaltigkeit des Therapieerfolges konnte bisher für zwei Jahre über die Therapiedauer hinaus nachgewiesen werden.

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Allergie-Behandlung mit Allergentabletten

Die ursächliche Behandlung einer Allergie gilt ja bei vielen als recht kompliziert. Sie dauert etwa drei Jahre und gerade am Anfang der Behandlung muss man sehr häufig zum Arzt. Es gibt aber auch eine andere Möglichkeit der ursächlichen Behandlung, die hier von Dr. Kristina erklärt wird.

Was sind die Vorteile einer Hyposensibilisierung mit Tabletten?

Die drei wichtigsten Vorteile einer Allergie-Impfung mit Tabletten:

  • Sie ist überall durchführbar - auch auf Reisen.
  • Es sind weniger Arztbesuche notwendig.
  • Es ist eine einfache Anwendungsform.

 

Vorteile der Hyposensibilisierung gegenüber einer symptomatischen Therapie z.B. mit Nasenspray oder Augentropfen)

Vergleich Allergie-Impfung und Symptomatika

 

Was sollte der Patient bei der Hyposensiblisierung mit Tabletten beachten?

Prof. Dr. Kristian Reich erklärt in diesem Video, was man bei der Hyposensibiliserung mit der Tablette beachten sollte:

Wann ist eine Hyposensibilisierung mittels Tabletten möglich?

Bisher gibt es Präparate in Tablettenform für Gräserpollen-, Baumpollen-, Ambrosiapollen- und Hausstaubmilben-Allergiker. Wenn Sie Ihr Immunsystem über einen Zeitraum von etwa drei Jahren täglich mit einer Dosis des spezifischen Allergens, auf das Sie reagieren, konfrontieren, gewöhnt es nach und nach an das Allergen. Es lernt quasi, dieses als ungefährliche Substanz wahrzunehmen. Um die typischen Allergiesymptome bei saisonalen Allergien wie z.B. auf Gräserpollen rechtzeitig zum Start des Pollenflugs zu reduzieren, sollten Sie bereits ein paar Monate vorher mit der Einnahme der Tabletten beginnen. Auch Baumpollenallergiker starten ihre Hyposensibilisierung am besten schon im Herbst. Bei einer ganzjährigen Allergie, z.B. gegen Hausstaubmilben, ist der Start zu jeder Zeit möglich.

Arztgespräch

 

 

Welche Möglichkeiten der Hyposensibilisierung stehen für welche Allergiker zur Verfügung?

  Spritze Tropfen Tablette
Gräser- und Roggenpollen-Allergiker      x      x      x
Baumpollen-Allergiker      x      x      x
Ambrosia-Allergiker      x      x      x
Insektengift-Allergiker      x    
Hausstaubmilben-Allergiker      x      x      x
Schimmelpilz-Allergiker      x      x  
Tierhaar-Allergiker      x      x  

Wie läuft die Allergie-Impfung mit Tabletten ab?

Die Hyposensibilisierung mit Tabletten ist eine sehr einfache, bequeme und effektive Therapieform. Sie ist sehr patientenfreundlich:

  • Die Einnahme erfolgt einmal täglich.
  • Die erste Tablette wird unter ärztlicher Aufsicht genommen.
  • Die übrige Einnahme erfolgt zu Hause.
  • Die Tablette wird unter die Zunge gelegt und löst sich sehr schnell auf.
  • Die Therapiedauer beträgt 3 Jahre.

Bei der ersten Einnahme sollte ein Arzt anwesend sein, um die korrekte Einnahme und mögliche allergische Reaktionen zu kontrollieren. Anschließend können Sie die Tabletten zu Hause einnehmen.  Zum Arzt gehen müssen Sie nur zum Kontrolltermin und um ein neues Rezept zu erhalten.

 

Wie wirkt eine Hyposensibilisierungs-Tablette?

Die in der Tablette enthaltenen Allergene werden über die Mundschleimhaut aufgenommen und erzeugen beim bislang auf Abwehr programmierten Immunsystem eine neue Toleranz. Kommen sie wieder mit z. B. Gräser- oder Baumpollen in Kontakt, reagieren die Abwehrzellen weniger empfindlich. Im besten Fall bleiben Allergiebeschwerden ganz aus. Um einen optimalen und langanhaltenden Effekt zu erzielen, sollten Sie die Tabletten über drei Jahre hinweg täglich einnehmen.

Bitte klären Sie vor Beginn der Therapie folgende Punkte mit Ihrem Arzt:

•Nehmen Sie Medikamente ein? Wenn ja, welche?
•Leiden Sie an einer chronischen Erkrankung?
•Sind Sie schwanger, oder planen Sie eine Schwangerschaft?
•Haben Sie eventuell Beschwerden in der Mundhöhle oder an den Zähnen?

Finden Sie hier die Fragen an Ihren Arzt.

Kann der Patient mögliche Nebenwirkungen reduzieren?

Prof. Dr. Kristian Reich beantwortet in diesem Video die Frage, ob der Patient mögliche Nebenwirkungen reduzieren kann:

Was ist bei Hyposensibilisierung mittels Tabletten zu beachten?

Eine Hyposensibilisierung mit Tabletten verlangt vom Patienten große Selbstdisziplin. Das gilt besonders für die Monate, in denen keine oder eine geringere Allergenbelastung vorhanden ist, also z.B. nach Ende des Pollenflugs oder bei einer Verbesserung der Symptome der Allergie durch die Hyposensibilisierung. Denn auch dann müssen Sie an die tägliche Einnahme der Tablette denken.

Wenn Sie die Therapie unterbrechen, bleibt der langfristige Erfolg aus. Machen Sie sich am besten Erinnerungshilfen oder platzieren Sie Ihre Tabletten an einem Ort, wo Sie an die tägliche Einnahme erinnert werden.

Während der Therapie kann es zu Nebenwirkungen kommen. Viele Patienten verspüren zu Beginn der Behandlung nach der Tabletteneinnahme ein Kribbeln oder Brennen im Mund. Meistens verschwindet diese Begleiterscheinung nach den ersten Wochen der Therapie wieder .

 

Daas kann bei diesen Symptomen helfen:

  • Nach 5 Minuten Wartezeit Eiswürfel in den Mund nehmen.
  • Nach 5 Minuten Wartezeit etwas trinken oder essen. 
  • Die Tablette nicht direkt nach dem Zähneputzen einnehmen.

Andere meist leichte bis mäßige Symptome sind z.B.

  • Juckreiz in den Ohren,
  • Niesreiz,
  • Halsreizungen und
  • Schwellungen im Mundbereich.

Auch diese können unter der Therapie auftreten. Einen Überblick möglicher Nebenwirkungen finden Sie in der Gebrauchsinformation des jeweiligen Präparats.

Letztes Update: 24/09/2019