Hyposensibilisierung mittels Tablette

Behandeln Sie Ihre Allergie mit Tabletten

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Was ist eine Hyposensibilisierung mittels Tabletten?

Bei einer Allergie-Impfung – wie die Hyposensibilisierung umgangssprachlich genannt wird – denken die meisten (Menschen, Patienten) an Spritzen. Alternativ zu Spritzen, der subkutanen Verabreichung, kann eine Hyposensibilisierung auch in Form von Tabletten, der sublingualen Immuntherapie, erfolgen. Für viele ist dieses Vorgehen angenehmer; außerdem kann sie Zuhause selbst angewandt werden. Im Vergleich zur subkutanen Therapie mittels Spritzen sind weniger Arzttermine notwendig. Diese Form der Allergie-Impfung erfordert ein höheres Maß an Selbstdisziplin und sollte kontinuierlich über drei bis fünf Jahre durchgeführt werden. Bei Kindern sollte die tägliche Einnahme der Tablette durch einen Erwachsenen kontrolliert werden.

Jeder Vierte in den westlichen Industrieländern leidet inzwischen an Heuschnupfen. Häufigster Auslöser sind Gräserpollen. Sie provozieren das Immunsystem der betroffenen Allergiker zu einer heftigen Abwehrreaktion. Die Folgen sind Schnupfen, Augenjucken oder gar Atemnot. Mit einer Hyposensibilisierung mit Tabletten kann eine Allergie ursächlich behandelt werden. Diese unkomplizierte Therapieform ist seit einigen Jahren erhältlich.

Hyposensibilisierung – was ist das?

Es gibt die Möglichkeit, die Ursache des Heuschnupfens mit einer Hyposensibilisierung zu behandeln. Was das ist und wie diese Behandlung funktioniert erklärt Dr. Johannes Wimmer im Video:

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Allergie-Behandlung mit Allergentabletten

Die ursächliche Behandlung einer Allergie gilt ja bei vielen als recht kompliziert. Sie dauert etwa drei Jahre und gerade am Anfang der Behandlung muss man sehr häufig zum Arzt. Es gibt aber auch eine andere Möglichkeit der ursächlichen Behandlung, die hier von Dr. Kristina erklärt wird.

Was sind die Vorteile einer Hyposensibilisierung mit Tabletten?

Die Vorteile einer Allergie-Impfung mit Tabletten sind:

  • Überall durchführbar,
  • Weniger Arztbesuche notwendig,
  • Einfache Anwendungsform.

Im Gegensatz zu einer Hyposensibilisierung mit Spritzen können Sie die Tabletten selbständig und Zuhause einnehmen. Viele empfinden das Einnehmen von Tabletten als deutlich angenehmer als das Erhalten von Spritzen.

Die Nachhaltigkeit des Therapieerfolges konnte im Rahmen einer Studie bisher für 2 Jahre über die Therapiedauer hinaus nachgewiesen werden.

Vorteile der Hyposensibilisierung gegenüber einer symptomatischen Therapie z.B. mit Nasenspray oder Augentropfen)

Vergleich Allergie-Impfung und Symptomatika

 

Was sollte der Patient bei der Hyposensiblisierung mit Tabletten beachten?

Prof. Dr. Kristian Reich erklärt in diesem Video, was man bei der Hyposensibiliserung mit der Tablette beachten sollte:

Wann ist eine Hyposensibilisierung mittels Tabletten möglich?

Bisher gibt es zugelassene Tablettenpräparate für Gräserpollen- und Hausstaubmilben-Allergiker. Um die typischen Allergiesymptome gegen Gräserpollen bereits ab Beginn des Pollenflugs zu reduzieren, sollten Sie mit einer Hyposensibilisierung rechtzeitig, also möglichst im Herbst, beginnen. Über einen Zeitraum von drei bis fünf Jahren wird Ihr Immunsystem genau festgelegten Dosen des allergieauslösenden Stoffes ausgesetzt. Dadurch gewöhnt es sich an das Allergen und lernt, dass es für den Körper ungefährlich ist.

Arztgespräch

 

 

Welche Möglichkeiten der Hyposensibilisierung stehen für welche Allergiker zur Verfügung?

  Spritze Tropfen Tablette
Gräser- und Roggenpollen-Allergiker      x      x      x
Baumpollen-Allergiker      x      x      x
Ambrosia-Allergiker      x      x      x
Insektengift-Allergiker      x    
Hausstaubmilben-Allergiker      x      x      x
Schimmelpilz-Allergiker      x      x  
Tierhaar-Allergiker      x      x  

Wie läuft die sublinguale Allergie-Impfung mit Tabletten ab?

Die Hyposensibilisierung mit Tabletten ist eine sehr einfache, bequeme und dabei aber auch sehr effektive Form. Sie ist sehr patientenfreundlich:

  • Die Einnahme erfolgt 1x täglich.
  • Die erste Tablette wird unter ärztlicher Aufsicht genommen.
  • Die übrige Einnahme erfolgt zu Hause.
  • Die Tablette wird unter die Zunge gelegt und löst sich sehr schnell auf.
  • Die Therapiedauer beträgt 3 Jahre.

Bei der 1. Einnahme ist eine ärztliche Aufsicht wichtig, um die korrekte Einnahme und mögliche allergische Reaktionen zu kontrollieren. Anschließend können Sie die Tabletten zu Hause einnehmen und müssen nur für neue Rezepte und zur Kontrolle zum Arzt und natürlich falls Nebenwirkungen auftreten.

Wenn Kinder die Hyposensibilisierung mittels Tablette erhalten, sollten Sie als Eltern die tägliche Einnahme kontrollieren. Denn nur eine regelmäßige Einnahme führt zum langfristigen Erfolg und zur Besserung der symptomatischen Beschwerden.

 

Wie wirkt eine Hyposensibilisierungs-Tablette?

Die in der Tablette enthaltenen Allergene werden täglich über die Mundschleimhaut aufgenommen und erzeugen beim Immunsystem eine Toleranz. Es reagiert dann bei erneutem Kontakt mit Allergenen weniger empfindlich, und im besten Fall bleiben die Beschwerden ganz aus. Um einen optimalen und langanhaltenden Effekt zu erzielen, sollten die Tabletten über drei Jahre eingenommen werden.

Bitte klären Sie vor Beginn der Therapie folgende Punkte mit Ihrem Arzt:

•Nehmen Sie Medikamente ein? Wenn ja, welche?
•Leiden Sie an einer chronischen Erkrankung?
•Sind Sie schwanger, oder planen Sie eine Schwangerschaft?
•Haben Sie eventuell Beschwerden in der Mundhöhle/an den Zähnen?

Kann der Patient mögliche Nebenwirkungen reduzieren?

Prof. Dr. Kristian Reich beantwortet in diesem Video die Frage, ob der Patient mögliche Nebenwirkungen reduzieren kann:

Finden Sie hier die Fragen an Ihren Arzt.

Was ist bei Hyposensibilisierung mittels Tablette zu beachten?

Eine Hyposensibilisierung mit Tabletten verlangt vom Patienten eine große Selbstdisziplin. Das gilt besonders für die Monate, in denen keine oder eine geringere Allergenbelastung vorhanden ist, also z.B. nach Ende des Pollenflugs oder bei einer Verbesserung der Symptome der Allergie durch die Allergie-Impfung.

Der langfristige Erfolg bleibt aber aus, wenn die Therapie immer wieder unterbrochen wird. Eine kontinuierliche Einnahme der Tabletten ist die Voraussetzung für den Erfolg der Therapie. Daher kann es sinnvoll sein, sich Erinnerungshilfen zu organisieren oder die Tabletten an einem Ort zu platzieren, wo man an die tägliche Einnahme erinnert wird.

Während der Therapie kann es zu Begleiterscheinungen kommen. Viele Patienten verspüren zu Beginn der Behandlung nach der Einnahme ein Kribbeln oder Brennen im Mund, das aber meist in den ersten Wochen der Therapie wieder verschwindet.

 

Helfen kann hier:

  • Nach 5 Minuten Wartezeit Eiswürfel in den Mund nehmen.
  • Nach 5 Minuten Wartezeit etwas trinken oder essen. 
  • Die Tablette nicht direkt nach dem Zähneputzen einnehmen.

Andere meist leichte bis mäßige Symptome sind z.B.

  • Juckreiz in den Ohren,
  • Niesreiz,
  • Halsreizungen und
  • Schwellungen im Mundbereich.

Auch diese können vor allem zu Beginn der Therapie auftreten. Einen Überblick über die möglichen Nebenwirkungen gibt die Gebrauchsinformation des jeweiligen Präparats.

Letztes Update: 05/09/2019