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Hyposensibilisierung mit Spritzen

Was passiert bei der Hyposensibilisierung mit Spritzen?

Die klassische Form der Hyposensibilisierung (Allergie-Immuntherapie) ist die mit Spritzen, sie wird auch subkutane Immuntherapie (SCIT) genannt. Mit der Allergie-Immuntherapie kannst du- anders als mit symptomlindernden Allergiepräparaten - die Ursache deiner Allergie therapieren.

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Dabei injiziert dir deine Ärztin oder dein Arzt das Allergen, auf das du allergisch reagierst, mit einer Spritze unter die Haut. Die Dauer einer Allergie-Immuntherapie richtet sich danach, wie lange dein Immunsystem benötigt, um sich an die bislang als schädlich empfundene Substanz zu gewöhnen, in der Regel zwischen drei und fünf Jahre. Zu Beginn der Allergie-Immuntherapie wird die Dosis langsam gesteigert. Bis die Erhaltungsdosis erreicht ist, finden die Termine wöchentlich, danach alle vier bis sechs Wochen statt. 

Im besten Fall verschwinden deine Allergiesymptome während der Behandlungsdauer komplett. Weitere Vorteile: Neben der deutlichen Linderung deiner bestehenden Allergie kannst du mit einer Allergie-Immuntherapie auch neuen Allergien vorbeugen und der Entwicklung von Asthma entgegenwirken. 

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Welche weiteren Vorteile bietet die Allergie-Immuntherapie mit Spritzen?

Ein Vorteil der regelmäßigen Allergie-Behandlung mit Spritzen ist der stetige Austausch mit deiner Ärztin oder deinem Arzt. Während der Termine kann er die Verträglichkeit des gespritzten Präparats kontrollieren und gemeinsam mit dir bisherige Therapieerfolge besprechen.

Auf der anderen Seite freuen sich viele Patientinnen und Patienten darüber, sich nicht mehr jeden Tag mit ihrer oder seiner Allergie beschäftigen zu müssen, sondern nur noch alle vier bis sechs Wochen. Also nur noch dann, wenn du die nächste Spritze erhältst.

Im Allgemeinen ist die Allergie-Immuntherapie mit Spritzen gut verträglich. Schwere Nebenwirkungen werden nur selten beobachtet.

Allgemeine Vorteile der Allergie-Immuntherapie

Die Allergie-Immuntherapie
• bekämpft die Allergieursache,
• entwickelt eine natürliche Toleranz gegenüber Allergenen,
• beugt der Entwicklung neuer Allergien vor,
• verhindert die Entstehung von Asthma,
• reduziert bestehende Allergie-Symptome,
• reduziert den Bedarf an symptomatischen Medikamenten,
• bietet einen nachhaltigern Effekt auch über die Therapiephase hinaus.

Zusätzliche Vorteile der Allergie-Immuntherapie mit Spritzen

  • Keine tägliche Einnahme der Allergendosis notwendig
  • Kontinuierliche Kontrolle durch die Ärztin oder den Arzt

 

Bei welcher Allergie hilft eine Allergie-Immuntherapie?

Eine Allergie-Immuntherapie kommt bei Allergien des "Soforttyp" infrage (Typ-I-Allergien). Damit lassen sich alle Allergien, bei denen sich wenige Sekunden bis Minuten nach dem Kontakt mit einem Allergen Symptome zeigen, mit einer Allergie-Immuntherapie mit guten Erfolgsaussichten behandeln.

 

Die Allergie-Immuntherapie in Form von Spritzen eignet sich bei:

  • allen Arten von Pollenallergien (Heuschnupfen),
  • Hausstaubmilbenallergie,
  • Schimmelpilzallergie,
  • Tierhaarallergie,
  • Insektengiftallergie (Bienen- und Wespengift),
  • einigen Arzneimittel- oder Nahrungsmittelallergien.

Aktuell werden außerdem Präparate für Nahrungsmittel- oder Latex-Allergikerinnen und -Allergikern erforscht.

 

Welche Voraussetzungen gibt es für die Allergie-Immuntherapie in Spritzenform?

Bevor du mit der subkutanen Immuntherapie beginnen kannst, solltest du die Voraussetzungen für eine erfolgreiche Allergie-Immuntherapie prüfen. Dazu gehören folgende Fragestellungen:

  • Ist eine sorgfältige Diagnosestellung durchgeführt worden?
  • Ist sichergestellt, dass die Durchführung der Injektionen durch einen allergologische erfahrene Arztpraxis erfolgen wird?
  • Bist du bereit, die Therapie über den gesamten notwendigen Zeitraum von etwa 3 Jahren durchzuhalten ohne abzubrechen?

Weitere Fragen, die du mit deiner Ärztin oder deinem Arzt besprechen solltest:

Leidest du unter

• Autoimmunkrankheiten?
• einer Immunschwäche?
• schwerem Asthma?
• Herz-Kreislauf-Erkrankungen?
• bösartigen Tumoren?
• einer weiteren chronischen Erkrankung? 

• Nimmst du Medikamente? Wenn ja, welche?
• Planst du eine längere Urlaubs- oder Dienstreise?
• Nimmst du an sportlichen Wettkämpfen teil?
• Stehen in absehbarer Zeit Schutzimpfungen an?
• Bist du schwanger oder planst du in absehbarer Zeit, Mutter zu werden?

Hier kannst du dir die Fragen schnell und einfach als PDF herunterladen.

Wie läuft eine Allergie-Immuntherapie mit Spritzen ab?

Bei der subkutanen Immuntherapie (SCIT), wie die Allergie-Immuntherapie mittels Spritze in Fachkreisen genannt wird, injiziert die Ärztin oder der Arzt eine allergenhaltige Lösung unter die Haut. Üblicherweise erfolgt die Injektion an der Rückseite des Oberarms. In der ersten Zeit, der sogenannten Aufdosierungsphase, werden die Spritzen wöchentlich mit sukzessiv steigenden Allergenkonzentrationen injiziert. Ist die Erhaltungsdosis erreicht, beginnt Phase 2 – die Erhaltungsphase – in der nur noch einmal im Monat oder alle sechs Wochen Injektionen nötig sind.

 

 

SCIT Behandlungsplan

Schema - Behandlungsplan für eine Allergie-Immuntherapie mit Spritzen.

 

Da nur allergologisch erfahrene Ärztinnen und Ärzte die Allergie-Immuntherapie mit Spritzen durchführen sollten, ist eine allergologische Praxis der richtige Ansprechpartner für diese Behandlung. Solltest du noch eine Allergologin oder einen Allergologen suchen, nutze gern unsere Facharztsuche.

Deine vereinbarten Termine solltest du unbedingt einhalten. Durch jede Unterbrechung würdest du den Therapieerfolg der Allergie-Immuntherapie schmälern.

 

Was sind die Nebenwirkungen einer Allergie-Immuntherapie mit Spritzen?

Die folgenden Nebenwirkungen können bei der Behandlung auftreten:

  • Rötung oder Schwellung an der Einstichstelle,
  • Juckreiz,
  • Müdigkeit,
  • Nervosität,
  • Kopfschmerzen,
  • Atembeschwerden oder Nesselsucht (selten)
  • sehr selten: Übelkeit, Kreislaufprobleme, anaphylaktischer Schock

Die Nebenwirkungen sind in der Regel harmlos und klingen rasch wieder ab. Trotzdem solltest du auch nach der Injektion für 30 Minuten in der Praxis bleiben, um gegebenenfalls bei schweren Nebenwirkungen ärztliche Hilfe bekommen zu können.

 

Letztes Update: 31/08/2022