08. August 2017

Pollen des Beifußblättrigen Traubenkrauts (Ambrosia artemisiifolia) weisen gesteigerte Allergenmengen auf, wenn die Pflanze stickstoffdioxid-haltigen Abgasen ausgesetzt wird. Das haben Wissenschaftler am Helmholtz Zentrum in München herausgefunden.(1)

In einem Versuch behandelten die Forscher die Pflanzen mit verschiedenen Mengen von Stickstoffdioxid (NO2). Dieses Stickoxid entsteht unter anderem bei der Verbrennung von Treibstoffen wie z.B. Benzin. Die Ergebnisse haben gezeigt, dass der durch NO2 verursachte Stress auf die Pflanze die Protein-Zusammensetzung der Pollen verändert. Die Wissenschaftler rechnen damit, dass die ohnehin schon aggressiven Ambrosia-Pollen durch die Luftverschmutzung in Zukunft noch allergener werden.

Wissenswertes zu Ambrosia

In Nordamerika ist Ambrosia einer der bedeutendsten Auslöser von allergischen Reaktionen. Seit einigen Jahren breitet sich die Pflanze auch in Deutschland immer weiter aus. Ambrosia findet man insbesondere entlang von Hauptverkehrswegen wie Autobahnen oder Bahngleisen.

Ambrosia ist eine wärmeliebende Pflanze. Die Samen keimen schon im März aus, doch die Pflanze wächst dann aufgrund des kühlen Frühjahrs über lange Zeit kaum weiter. Erst im Juni fängt Ambrosia an, kräftig zu wachsen und zahlreiche Blüten und Früchte zu bilden.

Normalerweise nimmt die allgemeine Pollenbelastung der Luft spätestens im August ab, so dass Heuschnupfen-Allergiker eigentlich wieder frei aufatmen könnten. Doch da Ambrosia von Juli bis September große Mengen an Pollen bildet, die durch den Wind über weite Entfernungen transportiert werden können, ist sie verantwortlich für den so genannten „Herbst-Heuschnupfen“.

Die Pollen sind hoch allergen, bereits wenige Pollenkörner reichen aus, um die Atemwege zu reizen. Sie lösen Heuschnupfen-Symptome aus, bis hin zum Asthma bronchiale. Möglich sind ebenfalls allergische Hautreaktionen beim Kontakt mit der Pflanze. Durch eine Kreuzallergie können auch Beschwerden beim Essen von Sellerie oder Karotten, aber auch Bananen oder Melonen auftreten. Diese Kreuzallergie kann sich auf Gewürze wie Paprika oder Petersilie ausweiten.

 

(1) Pressemitteilung des Institut of Biochemical Plant Pathology (BIOP): http://www.helmholtz-muenchen.de/presse-medien/pressemitteilungen/2015/pressemitteilung/article/27512/index.html