Nach der Saison ist vor der Saison: Das trifft jedenfalls für Pollenallergiker zu. Wenn die unmittelbaren Symptome wie verstopfte und laufende Nase, Niesen, Bindehautentzündung, Tagesmüdigkeit und erschwerte Atmung sich verflüchtigen, beginnt die Einstellungssaison für Pollenallergiker, die sich für eine Hyposensibilisierung entschieden haben. Auch Milbenallergiker können jetzt im Herbst mit dieser Therapieform beginnen und damit auch der Entwicklung eines allergischen Asthmas vorbeugen.

Was ist eine Hyposensibilisierung?

Bei einer Hyposensibilisierung wird das Immunsystem, das beim Allergiker überempfindlich gegenüber den Pollen oder Milben reagiert, an diese Allergieauslöser gewöhnt. Hierdurch werden nicht nur die Symptome einer Allergie behandelt, sondern es wird die Ursache behoben und eine natürliche Toleranz aufgebaut. Eine Hyposensibilisierung wirkt dadurch nachhaltig und beugt zudem der Entwicklung weiterer Allergien vor. Allergiker benötigen weniger symptomlindernde Medikamente, um ihre Allergiesymptome zu kontrollieren.

Tabletten einmal am Tag

Die Behandlung ist unter anderem mit schnell auflösenden Tabletten möglich, die Patienten einmal am Tag unter die Zunge legen müssen. Um Patient und Arzt die Möglichkeit zu geben, etwaige Nebenwirkungen und mögliche Maßnahmen zu besprechen, soll die erste Tablette unter ärztlicher Aufsicht eingenommen werden (30 Minuten). Anschließend können die Patienten mit nur einer Tablette am Tag ihre Behandlung fortführen. Die kontinuierliche Einnahme der Tabletten auch außerhalb der Pollensaison ist entscheidend für den Behandlungserfolg. Eine Toleranzentwicklung des Immunsystems braucht Zeit - insgesamt dauert eine Hyposensibilisierung drei Jahre.

Neben den Tabletten sind auch Spritzen-Therapien verfügbar. Wer jedoch aufgrund der aktuellen Entwicklungen um das Coronavirus die Anzahl der notwendigen Arztbesuche reduzieren will, sollte seinen Arzt direkt auf die Möglichkeit ansprechen, die Hyposensibilisierung bequem als Home Treatment mit den Tabletten durchzuführen.

Prinzipiell ist es auch möglich, von einer Spritzen-Behandlung in die Tabletten-Behandlung zu wechseln. Ihr Facharzt kann Sie dazu beraten.

Für wen eignet sich eine Hyposensibilisierung?

Allergiker, die trotz symptomlindernder Medikamente störende Allergiesysmptome haben, sollten ihren Arzt auf eine Hyposensibilisierung ansprechen. Eine Hyposensibilisierung lindert die allergischen Beschwerden und beugt auch einer Verschlimmerung der Allergie vor. So kann z.B. ein allergisches Asthma verhindert werden. Eine Hyposensibilisierung kommt durchaus auch für Kinder in Frage. Die Kosten für eine Hyposensibilisierung übernimmt in der Regel die Krankenkasse.

Facharztbesuche sind weiterhin möglich

Die aktuelle Infektionslage fordert uns auf, im Alltag entsprechende Anpassungen vorzunehmen: Abstand halten, einen Mundschutz tragen und bei entsprechenden Symptomen zu Hause bleiben - Maßnahmen wie diese helfen dabei, das Infektionsgeschehen zu kontrollieren. Auf notwendige medizinische Behandlungen sollten Sie aber auch aktuell nicht verzichten. In Einklang mit den aktuellen Maßnahmen zum Infektionsschutz können Sie Ihren (Fach-)Arzt weiterhin besuchen. Erkundigen Sie sich am besten bei der Terminabsprache, was Sie bei dem Praxisbesuch beachten müssen.

Teilweise ähneln sich die Symptome einer Atemwegsallergie und eines Atemweginfekts. Weisen Sie Ihren Arzt daher bitte unbedingt rechtzeitig darauf hin, wenn Sie unsicher sind, ob Sie COVID-19-Symptome aufweisen, so dass die entsprechenden Vorsichtsmaßnahmen getroffen werden können.

Eine Allergie kann mit einem sogenannten Pricktest festgestellt werden. Wenn der Verdacht auf eine Allergie vom "Soforttyp", besteht, sollten Sie bei Ihrem Facharzt einen entsprechenden Allergietest durchführen lassen. Im ersten Schritt erhalten Sie Tropfen allergenhaltiger Lösungen auf die Haut getröpfelt, üblicherweise auf der Innenseite des Unterarms. Danach wird mit einer Prick-Lanzette durch den Tropfen hindurch in die Haut gestochen. Die Allergene gelangen in Kontakt mit den Abwehrzellen der Haut. Hautrötung, Quaddeln und Juckreiz sind Anzeichen dafür, dass eine Sensibilisierung vorliegt. Der Standard-Test umfasst 15 bis 20 Lösungen für die häufigsten Allergene, so wie die häufig vorkommenden Pollenallergene, Hausstaubmilben, Schimmelpilzsporen und Tierhaarallergene.